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AVM und Telekom: Updates für alle gefährdeten Fritz!Boxen und Speedport-Router

AVM zieht Bilanz zur aktuellen Sicherheitslücke von Fritz!Box-Geräten: Innerhalb von zehn Tagen wurden 83 Sicherheitsupdates für alle betroffenen Fritz!Box-Router, Repeater und Powerline-Geräte entwickelt und zum Download bereitgestellt. Am Mittwoch veröffentlichte auch die Deutsche Telekom wichtige Updates zu vier Speedport-Routern.

20.02.2014, 13:01 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Entwickler des Berliner Netzwerkspezialisten AVM dürften in den vergangenen zwei Wochen kaum zur Ruhe gekommen sein. Der Router-Hersteller hatte vor einem möglichen Missbrauch von Fritz!Box-Routern per Fernzugriff gewarnt, bereits wenige Tage später wurden Notfall-Patches für erste Fritz!Boxen zum Download bereitgestellt. Am Mittwochabend zogen die Berliner eine erste Bilanz und informierten zum aktuellen Stand der Sicherheitsmaßnahmen. Die Deutsche Telekom, die ihren Kunden diverse, von AVM hergestellte SpeedportRouter anbietet, hat ebenfalls reagiert und Sicherheitsupdates für vier DSL-Router veröffentlicht.

AVM: 83 Updates in zehn Tagen

In nur zehn Tagen hat AVM nach eigenen Angaben 83 Updates für seine Router, Repeater und Powerline-Geräte entwickelt, getestet und zum Download freigegeben bzw. an die Provider verteilt. Laut den Berlinern sind nun nahezu 100 Prozent aller Fritz!Box-Modelle sicher, wenn die aktuellen Updates installiert wurden. Auf mehr als 50 Prozent aller in Deutschland eingesetzten Fritz!Box-Router werde bereits die aktuellste Firmware eingesetzt. Bei den von der Sicherheitslücke betroffenen Fritz!Box-Modellen seien sogar bereits über 95 Prozent der Router aktualisiert worden.

"Allen Providern haben wir umgehend die notwendige Software zur Verfügung gestellt, damit sie dieses Update über ihre Netze auf die Geräte des Kunden aufspielen können", erklärt AVM-Geschäftsführer Johannes Nill. "Wir bedauern sehr, dass FRITZ!Box-Nutzer Opfer krimineller Angriffe wurden. Gegen diese Angriffe sind nur diejenigen Kunden effektiv geschützt, die für ihre FRITZ!Box ein Update durchgeführt haben."

Auf der AVM-Homepage finden sich die aktuellen Updates zum Download. Zusätzlich hat der Router-Hersteller im Netz eine Update-Übersicht zu allen Fritz!Box-Modellen zusammengestellt und gibt für jeden einzelnen Router Hinweise zum jeweiligen Status des Sicherheitsupdates.

Update schützt auch vor weiterer Schwachstelle

AVM empfiehlt allen Anwendern eine Aktualisierung ihrer Geräte, auch wenn der Fernzugriff, über den die Angreifer auf die Fritz!Box zugreifen konnten, nicht aktiviert ist. Die Updates sollen auch vor einem weiteren, kürzlich bekanntgewordenen Angriffsszenario schützen, bei dem ein Zugriff auf die Fritz!Boxen theoretisch auch ohne aktivierten Fernzugriff erfolgen könnte. Angreifer müssten Anwender zu diesem Zweck auf mit Schadcode präparierte Internetseiten locken oder entsprechenden Schadcode per Mail-Anhang verteilen. In der Praxis seien solche Attacken bis heute aber nicht bekannt. Sicherheitshinweise rund um die AVM-Geräte bietet der Hersteller online unter www.avm.de/sicherheit.

Weiter auf Seite 2: Telekom stellt Updates für vier Speedport-Router bereit

Die Deutsche Telekom hat am Mittwoch wichtige Sicherheitsupdates für die DSL-Router Speedport W 503V (Typ A), W 721V, W 722V (Typ A) und W 920V bereitgestellt. Der Bonner Konzern empfiehlt allen Nutzern eine umgehende Aktualisierung der betroffenen Speedport-Modelle.

Schutz vor möglichem Angriffsszenario

Das Update soll vor einer Sicherheitsschwachstelle schützen, die AVM bei internen Untersuchungen entdeckt habe. Die Schwachstelle sei aber nicht so schwerwiegend wie die Sicherheitslücke der Fritz!Box-Geräte. Mit dem von der Telekom freigegebenen Softwareupdate sollen die Speedport-Router von Sicherheitsverbesserungen profitieren und Schutz vor einem möglichen Angriffsszenario erhalten.

Eine Anleitung zur Durchführung des Updates hat die Telekom in einem PDF-Dokument zusammengestellt. Telekom-Kunden, die den Service EasySupport nutzen, wird das Softwareupdate automatisch auf ihren Speedport-Router eingespielt. Alternativ stehen die Updates auch im Service-Bereich der Telekom-Homepage zum Download bereit. Die Vorgehensweise wird in der oben genannten Anleitung erläutert.

Über die folgenden Links lassen sich die entsprechenden Download-Seiten der betroffenen Speedport-Router auch direkt aufrufen.

(Jörg Schamberg)

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