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AVM stellt Produktion von ISDN-Controller B1 ein

Ende einer Ära: Nach 25 Jahren hat der Berliner Netzwerkspezialist AVM sich von seinem ersten Produkt, der aktiven ISDN-Karte B1, verabschiedet. Die Produktion wurde wegen sinkender Nachfrage und teils nicht mehr lieferbarer Bauteile eingestellt.

11.12.2013, 15:30 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Schnelle Internetzugänge werden heute per DSL, VDSL, Glasfaser oder über das Kabelnetz realisiert. Die in die Jahre gekommene ISDN-Technologie kann da nicht mehr mithalten. Entsprechend ist die Nachfrage nach ISDN-Produkten in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Beim Berliner Netzwerkspezialist AVM geht nun eine Ära zu Ende: Der Fritz!Box-Hersteller kündigte am Mittwoch die Einstellung der Produktion seines ISDN-Controllers B1 an. Die aktive ISDN-Karte war Ende der 80er-Jahre das erste Produkt der Berliner und im Laufe der Jahre ein wichtiger Pfeiler für das Wachstum des Unternehmens.

Support noch bis Ende 2014

Ein wenig Wehmut klingt denn auch an bei AVM, nach 25 Jahren ist nun der letzte ISDN-Controller B1 vom Band gelaufen. Der Support für das Erfolgsprodukt soll noch bis Ende 2014 laufen. Das ISDN-Produkt entwickelte AVM Ende zu einer Zeit als es noch kein Internet und noch keine Mobilfunknetze gab. Nach Unternehmensangaben ist der B1 der weltweit erfolgreichste aktive ISDN-Controller. Unter anderem kamen über 400.000 dieser ISDN-Karten bei Unternehmen zum Einsatz.

Der Hersteller punktete mit dem ISDN-Controller vor allem wegen dessen Flexibilität, die Berliner passten die ISDN-Karte immer wieder an neue PC-Bussysteme an. Daher gab es laut AVM Adaptionen für ISA 8/16Bit, MCA, PCMCIA, PCI und USB. Zudem war die B1 damals das erste kommerzielle Produkt das den CAPI 2.0-Standard unterstützte, der ISDN-Controller diente zudem als Referenz.

Doch die technische Entwicklung ging rasant voran, statt auf ISDN setzen Telekommunikationsunternehmen nun zunehmend auf Kommunikation über IP-basierte Netze. In den letzten Jahren sei die Produktion des ISDN-Controllers zudem immer schwieriger geworden, da einzelne Bauteile der ISDN-Karte nicht mehr lieferbar waren. "Somit ist die Zeit gekommen, sich von einem Klassiker zu verabschieden", heißt es aus Berlin.

Im AVM-Produktportfolio verbleibt neben der B1 PCI bis auf weiteres nur noch die Fritz!Card PCI als letzter ISDN-Controller. Die ISDN-Produktfamilie wird nach Unternehmensangaben keine direkten Nachfolger mehr erhalten. Aktuelle Hardware wie der WLAN-Router Fritz!Box 7490 unterstützen ISDN aber weiterhin.

(Jörg Schamberg)

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