Riesige Botnetz-Infrastruktur

"Avalanche": Gigantisches Netzwerk hinter Online-Betrug aufgedeckt

Im Rahmen von internationalen Ermittlungen sei mit "Avalanche" die weltweit größte Botnetz-Infrastruktur aufgedeckt worden. In zehn Ländern gab es Razzien und Festnahmen. Der Schaden soll mindestens 6 Millionen Euro betragen.

Jörg Schamberg, 02.12.2016, 00:01 Uhr (Quelle: DPA)
Internetkriminalität© detailblick / Fotolia.com

Lüneburg - Ermittlern aus 39 Staaten ist ein internationaler Schlag gegen Datendiebstahl und Internet-Betrug gelungen. Mit "Avalanche" sei die wohl weltweit größte Infrastruktur zum Betrieb sogenannter Botnetze aufgedeckt worden, teilten die Staatsanwaltschaft Verden und die Zentrale Kriminalinspektion der Polizeidirektion Lüneburg in der Hansestadt mit. Auch das FBI und andere US-Behörden seien daran beteiligt gewesen.

International agierender Ring von Betrügern

Allein aus der Führungsebene des kriminellen Netzwerks haben die Ermittler in einer international koordinierten Aktion demnach 16 Beschuldigte identifiziert. Sie gehören zu einem international agierenden Ring von Betrügern, die seit mindestens 2009 die Infrastruktur "Avalanche" für Phishing-, Spam-Kampagnen und Bankbetrug nutzen. Wöchentlich seien mehr als eine Million Spam-Mails mit schädigendem Anhang oder Link verschickt worden. Durch Anklicken wurde der Computer infiziert und Teil von "Avalanche". So konnten die Angreifer zeitgleich mehr als 50.000 Rechner kontrollieren und ausspionieren.

Razzien und Festnahmen in zehn Ländern

In zehn Ländern gab es zeitgleich Durchsuchungen, Festnahmen, Beschlagnahmungen von Servern und Domains. Die Tatverdächtigen sollen aus zehn verschiedenen Ländern kommen. Auf Basis der vorliegenden Anzeigen wird die Schadenssumme derzeit auf rund sechs Millionen Euro aus 1.336 Taten beziffert. Der tatsächliche Schaden dürfe auch in Deutschland weit höher liegen, hieß es.

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