Analyse von Kaspersky

Ausweisdaten im Darknet ab 50 US-Cent erhältlich

Teils für Cent-Beträge sind sensible private Daten in Foren und Marktplätzen des Darknets erhältlich. Das zeigt eine Studie von Kaspersky. Teuer ist hingegen der Zugriff auf Social-Media-Accounts wie Facebook und Twitter.

Jörg Schamberg, 02.12.2020, 11:42 Uhr
Elektronischer Personalausweis (Muster)Persönliche Daten wie Ausweisdaten werden im Darknet zu geringen Preisen verkauft.© Bundesministerium des Inneren

Online geben viele Nutzer private Daten preis. Zahleiche persönliche Informationen werden aber auch von Cyberkriminellen im Darknet zu Dumpingpreisen verkauft. Laut einer Studie der Sicherheitsexperten von Kaspersky gebe es den Zugang zu sensiblen Daten oft schon zum Schnäppchenpreis.

Personenbezogene Daten bleiben gefragt

Ausweisdaten beispielsweise seien zu Preisen von 50 US-Cent bis 10 US-Dollar käuflich zu erwerben, das entspricht umgerechnet 42 Euro-Cent bis zu 8,35 Euro. Und auch für weitere sensible Daten muss man im Darknet nicht viel bezahlen. So listet Kaspersky folgende Preise auf, die in zehn internationalen Darknet-Foren und auf entsprechenden Marktplätzen ermittelt wurden. Personenbezogene Daten wie Kreditkartendaten, Bank- und E-Payment-Zugangsinformationen seien nach wie vor gefragt. Die jeweiligen Preise seien in den letzten Jahren unverändert geblieben.

  • Krankenakten: 1 bis 30 US-Dollar
  • Führerschein-Scans: 5 bis 25 US-Dollar
  • Reisepass-Scans: 6 bis 15 US-Dollar
  • Kreditkartendaten: 6 bis 20 US-Dollar

Hacken von E-Mailkonten ab 500 US-Dollar

Vergleichsweise teuer ist dagegen der Zugriff auf Social-Media-Kanäle wie Facebook oder Twitter. Dieser koste 500 US-Dollar. Für den Zugriff auf Instagram werden 450 US-Dollar verlangt. Das Hacken von E-Mailkonten schlage mit 500 bis 800 US-Dollar zu Buche.

Laut Kaspersky würden zunehmend neue Datentypen wie persönliche Krankenakten oder Selfies mit persönlichen Ausweisdokumenten in den Fokus rücken. Je nach Missbrauch der Daten komme es schlimmstenfalls zum Diebstahl der eigenen Identität. Aber auch die Gefahr von Erpressung und Rufschädigung sowie die Durchführung von Betrugs- und Phishing-Programmen sei gegeben.

"In den vergangenen Jahren sind viele Bereiche unseres Lebens digitalisiert worden. Einige davon, wie zum Beispiel unsere Gesundheit, sind besonders privat", kommentiert Dmitry Galov, Sicherheitsforscher bei Kasperskys GReAT. "Die zunehmende Anzahl von Leaks setzt Nutzer einem erheblichen Risiko aus. Es gibt aber auch positive Entwicklungen - viele Organisationen unternehmen zusätzliche Schritte, um die Daten ihrer Nutzer zu sichern. Social-Media-Plattformen haben in dieser Hinsicht besonders große Fortschritte gemacht, da es jetzt viel schwieriger ist, das Konto eines bestimmten Benutzers zu stehlen."

Nutzer sollten sich aber bewusst darüber sein, dass die eigenen Daten gefragt sind und für böswillige Zwecke eingesetzt werden können. Es treffe auch Anwender, die nicht über besonders viel Geld verfügen, keine kontroversen Meinungen vertreten und im Allgemeinen online nicht sehr aktiv seien.

Kaspersky gibt Tipps zum Schutz persönlicher Daten vor Diebstahl

  • Auf Phishing-E-Mails und Websites achten.
  • Berechtigungseinstellungen verwendeter Anwendungen regelmäßig überprüfen, um die Wahrscheinlichkeit zu minimieren, dass persönliche Daten von Dritten - und darüber hinaus - ohne eigenes Wissen weitergegeben oder gespeichert werden.
  • Verwendung einer Zwei-Faktor-Authentifizierung. Anwendungen, die Einmal-Codes generieren sind sicherer als der Empfang des zweiten Faktors per SMS. Für zusätzliche Sicherheit kann ein Hardware-2FA-Schlüssel genutzt werden.
  • Einsatz einer zuverlässigen Sicherheitslösung wie einem Password Manager, um eindeutige Kennwörter für jedes Konto zu generieren und zu sichern. Es sollte vermieden werden, dasselbe Kennwort immer wieder zu verwenden.
  • Stets darüber nachdenken, inwieweit freigegebene Inhalte von anderen interpretiert oder verwendet werden könnten.
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