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Aufruf zum "Cyber-Dschihad": Börsenseiten gehackt

Nach dem wochenlangen Schlagabtausch israelischer und arabischer Hacker ruft der Leiter eines islamischen Unterhaltungssenders nun per Twitter zum "elektronischen Heiligen Krieg" gegen Israel auf. Börsen in Saudi-Arabien und im Emirat Abu Dhabi waren am Dienstagabend kurzfristig von Hackern blockiert worden.

18.01.2012, 18:01 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© arquiplay77 / Fotolia.com

Der seit zwei Wochen andauernde Schlagabtausch zwischen israelischen und arabischen Hackern hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Nachdem israelische Hacker am Dienstagabend die Websites der Börsen von Abu Dhabi und Saudi-Arabien attackiert hatten, rief ein einflussreicher islamischer Fernsehprediger und Geschäftsmann die Muslime jetzt zum "Cyber-Dschihad" auf.

Kuwaiter ruft per Twitter zum Dschihad auf

Der Kuwaiter Tarek al-Sowaidan, der den vom saudischen Prinzen Walid bin Talal gegründeten islamischen Unterhaltungssender Al-Risala leitet, schrieb in der Nacht zum Mittwoch im Kurznachrichtendienst Twitter: "Ich denke, es ist notwendig, die Kräfte der Hacker für das Projekt eines elektronischen Heiligen Krieges gegen den zionistischen Feind zu bündeln, dies ist ein aktiver und wichtiger Dschihad, für den es mit Gottes Segen reiche Belohnung geben wird." Die Twitter-Nachrichten des Kuwaiters, der in den USA studiert hat, werden von mehr als 240.000 Menschen gelesen.

Die saudische Börse (Tadawul) und die Börse des Emirates Abu Dhabi (ADX) waren am Dienstagabend nach Angaben einer arabischen Anleger-Website kurzfristig von Hackern blockiert worden. Offiziell wurde dies jedoch von den Verantwortlichen in Saudi-Arabien und Abu Dhabi nicht bestätigt.

Israelische Hacker drohen mit weiteren Attacken auf arabische Webseiten

Israelische Medien berichteten, eine Gruppe israelischer Hacker, die sich mit der Armee ihres Landes solidarisch fühlten, stecke hinter dieser neuen Cyber-Attacke. Sie hätten mit weiteren Angriffen auf arabische Websites gedroht, die großen wirtschaftlichen Schaden anrichten könnten, falls die arabischen Hacker ihre Attacken nicht einstellen sollten. Eine Gruppe von Hackern, die in Saudi-Arabien beheimatet sein soll, hatte diese Woche die Websites der israelischen Börse und der Fluggesellschaft El Al lahmgelegt.

(Jörg Schamberg)

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