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Auch WDR beklagt Rückzug aus dem Internet

Nach dem ZDF hat auch der WDR die Einschränkung seines bisherigen Online-Angebotes angekündigt. Unter anderem verschwindet die Urteilsdatenbank des Ratgebers "Recht".

29.05.2009, 17:01 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© arquiplay77 / Fotolia.com

Aufgrund strengerer Bestimmungen schränkt der Westdeutsche Rundfunk (WDR) sein Internetangebot zum 1. Juni erheblich ein. "Wir bedauern, dass wir auf Angebote verzichten müssen, die bei unserem Publikum sehr beliebt waren und einen großen Service boten", teilte Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz am Freitag in Köln mit.
Kahlschlag des Online-Angebots
Vor wenigen Tagen machte bereits die angekündigte Löschung von 100.000 ZDF-Internetseiten bis zum Jahresende Furore - dies entspricht rund 80 Prozent des derzeitigen Internetangebots. "Die neuen gesetzlichen Regelungen lassen uns aber keine andere Möglichkeit", so Schmitz zu den Maßnahmen bei ARD, ZDF und den Dritten. Im Falle des WDR sähen die neuen Vorschriften im Rundfunkstaatsvertrag unter anderem vor, dass aktuelle Video-Angebote wie die "Aktuelle Stunde" künftig lediglich sieben Tage im Netz abrufbar bleiben. Sendungen von großen Sportereignissen dürfen sogar nicht länger als 24 Stunden verfügbar sein. Generell gilt nun: öffentlich-rechtliche Online-Inhalte sind befristet und bleiben nur noch für eine bestimmte Zeit im Internet.
Negativliste mit konkreten Verboten
Ebenfalls Teil der neuen gesetzlichen Regeln ist eine sogenannte Negativliste, die eine Reihe konkreter Verbote ausspricht. Als Konsequenz daraus nimmt der WDR seine Urteilsdatenbank des ARD-Ratgebers "Recht" und das virtuelle Tierheim des WDR-Fernsehens aus dem Netz. Auch ein Glückwunsch-Service des Videotextes darf nicht mehr angeboten werden. Eine Reihe von Spielen etwa auf den Seiten der Kinderradio-Sendung "Lilipuz" verschwindet gleichfalls. Parallel dazu die Single-Börse der WDR-Jugendwelle 1Live, der so genannte "Liebesalarm". So sehr Schmitz dies bedauert, einen positiven Aspekt kann er zumindest entdecken: "Die WDR-Angebote im Netz sind jetzt übersichtlicher. Letztlich gilt ja: Nicht die Menge ist entscheidend." Dennoch bleibt zu befürchten, dass auch die Qualität leiden wird.

(Christian Wolf)

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