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AT&T feilscht verbissen um T-Mobile USA

Wird die Deutsche Telekom ihre Tochter T-Mobile USA nun los? Der Käufer AT&T versucht, die Bedenken der US-Wettbewerbshüter zu zerstreuen.

19.09.2011, 14:37 Uhr (Quelle: DPA)
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Wird die Deutsche Telekom ihre US-Tochter nun los? Der Käufer AT&T versucht, die Bedenken der US-Wettbewerbshüter gegen den Besitzerwechsel von T-Mobile USA zu zerstreuen. Das zuständige Justizministerium in Washington und die Generalstaatsanwälte von sieben Bundesstaaten hatten Klage gegen das 39 Milliarden Dollar (29 Milliarden Euro) schwere Geschäft eingereicht. Sie fürchten, dass durch die Zusammenlegung der Netze die Preise steigen und der Service sinkt.

AT&T will unangefochtene Marktführerschaft

Nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg will der Telekommunikationsriese AT&T nun eigene Frequenzen und Vertragskunden an kleinere Konkurrenten wie etwa MetroPCS oder Leap Wireless abgeben. Zudem habe AT&T Kontakt zu CenturyLink, Dish und Sprint Nextel aufgenommen, um deren Interesse abzuklopfen, schrieb die Agentur am Montag unter Berufung auf zwei mit der Sache vertraute Personen.

AT&T stiege mit dem T-Mobile-Kauf zur unangefochtenen Nummer eins auf dem US-Mobilfunkmarkt auf. Als landesweit vertretene Konkurrenten blieben nur noch Verizon und Sprint Nextel übrig. Die restlichen Mobilfunkanbieter sind nur regional tätig. Sprint hatte ebenfalls Klage gegen den T-Mobile-Verkauf eingereicht.

Neues Heim für's Sorgenkind - Konditionen noch unklar

Für die Deutsche Telekom steht viel Geld auf dem Spiel. Sie will sich mit dem Verkauf von T-Mobile USA eines Sorgenfalls entledigen. Die Deutschen hatten es versäumt, ihr Netz auszubauen und können bis heute das beliebte iPhone-Handy von Apple nicht anbieten. Deswegen sind Kunden abgesprungen. Dafür gilt T-Mobile USA als Preisbrecher, während AT&T eher zu den teuren Anbietern gehört.

Etwas mehr Klarheit dürfte der 21. September bringen: Dann hat die zuständige Washingtoner Richterin Ellen Huvelle zu einer Anhörung geladen, bei der die Streitparteien über die Möglichkeiten eines Vergleichs diskutieren sollen. Unklar ist, was ein Kompromiss für die Telekom bedeuten würde. Bloomberg hatte berichtet, dass AT&T das Recht habe, den ausgehandelten Preis zu drücken, wenn der US-Konzern zu große Kröten schlucken muss. Umgekehrt steht der Telekom beim Platzen des Deals eine milliardenschwere Entschädigung zu.

(Christian Wolf)

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