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Arena ist tot, es lebe Premiere

Die Bundesliga kehrt offenbar zurück zu ihren Pay-TV Wurzeln. Die arena-Sportredaktion soll aufgelöst und der Ball schon ab der kommenden Saison wieder bei Premiere rollen.

05.07.2007, 17:50 Uhr
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Die Sensation ist perfekt. Der Bezahlfernsehsender Premiere wird offenbar bereits ab der neuen Saison, die am 10. August beginnt, wieder die Fußball-Bundesliga präsentieren. Das Bundeskartellamt hatte am heutigen Nachmittag auf Anfrage unserer Redaktion ein vor einer knappen Woche vorgelegtes Konzept bestätigt, aber keine Einzelheiten genannt.
arena gibt Bundesliga auf
Nun liegen weitere Informationen vor: Unitymedia soll nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" die Bundesliga-Rechte an Premiere als Sublizenz weitergeben. Im Gegenzug ist Premiere bereit, eine deutlich höhere Summe zu zahlen als arena im Dezember 2005 mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) ausgehandelt hatte. Derzeit zahlt arena pro Saison knapp 240 Millionen Euro. Die arena-Abonnenten sollen ab der kommenden Spielzeit das von Premiere produzierte Bundesliga-Programm empfangen können, berichten Brancheninsider nach Informationen der Zeitung.
Die Satelliten-Plattform von arena, die aus mehreren Spartensendern wie RTL Crime, Passion, AXN, Kinowelt TV, History Channel und National Geographic Channel besteht, soll vorerst beibehalten werden. Eine Eingliederung in das neue Paket Premiere Star gilt jedoch als sehr wahrscheinlich. Eine Weiterführung ohne das Filetstück Bundesliga macht für die Muttergesellschaft Unitymedia wenig Sinn, zudem gibt es mit Premiere Star ab 1. September einen ernstzunehmenden Konkurrenten. Erste Vorboten hatten sich bereits Anfang Juni abgezeichnet, als die ebenfalls bei arena übertragenen Programme Turner Classic Movies, Cartoon Network und Boomerang bei Premiere unterschrieben. Weiter heißt es, die Bundesligaredaktion von arena solle aufgelöst werden. Bisher ist allerdings noch unklar, wie die anderen Sportrechte, die sich arena im Laufe der vergangenen 18 Monate gesichert hatte, verwertet werden. Ein Weiterverkauf an Eurosport oder das Deutsche SportFernsehen wäre ebenso möglich wie eine Ausstrahlung bei Premiere.
Abzuwarten bleibt, wie mit aktuellen arena-Kunden verfahren wird. Vermutlich wird an den laufenden Verträgen nichts geändert. Statt eines Programms von arena wird jedoch eine von Premiere produzierte Bundesliga-Sendung zu sehen sein.
Endgültige Bestätigung steht noch aus
Unitymedia und Premiere wollten den Bericht nicht kommentieren, die DFL war zu einer Stellungnahme am Abend nicht zu erreichen.
Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet unterdessen, es seien laut Beteiligten noch Einzelheiten zu klären. Es sei noch nichts "in Beton gegossen". Der ausgehandelte Plan könne "noch platzen".

(Stefan Hagedorn und Hayo Lücke)

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