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ARD will keine DVB-T-Frequenzen an Mobilfunker abgeben

2014 oder 2015 sollen nicht nur alte Mobilfunklizenzen neu vergeben werden, diese sollen auch um DVB-T-Frequenzen aus dem Bereich um 700 Megahertz ergänzt werden.

Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Jeder möchte, dass das Internet über Mobilfunk schneller wird. Aber nicht jeder ist bereit, die dafür notwendigen Kosten zu tragen. Gemeint ist in diesem Fall keine monatliche Grundgebühr, die der Nutzer zu zahlen hat. Die ARD wehrt sich gegen offenbare Pläne der Bundesnetzagentur, DVB-T-Frequenzen den Mobilfunkern zukommen zu lassen.

Schnelleres Internet dank DVB-T-Frequenzen

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtete am Donnerstag, dass nicht nur alte Mobilfunklizenzen in einer Auktion neu vergeben werden sollen, sondern auch zusätzliche Frequenzen aus dem Bereich um 700 Megahertz, die derzeit noch für den terristrischen Rundfunk DVB-T genutzt werden. Darüber sollen dann auch in dünn besiedelten Gebieten Downloads mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde ermöglicht werden.

Die Versteigerung soll demnach 2014 oder 2015 stattfinden. Die alten Lizenzen laufen 2016 aus. Die ARD warnt nun davor, den terristrischen Rundfunk DVB-T zu schwächen und plädiert dafür, die Zeit zu nutzen und nach einer einvernehmlichen Lösung zu suchen. Weder aus technischer noch aus wirtschaftlicher Sicht gebe es Zeitdruck.

Bund-Länder-Arbeitskreis soll vermitteln

"Das Internet ist auch für Rundfunkinhalte ein zunehmend wichtiger Verbreitungsweg. Aber das Internet kann die Fernsehversorgung über DVB-T nicht ersetzen. Beide Verbreitungswege sind keine Gegensätze", so Michael Rombach, Vorsitzender der Produktions- und Technikkommission von ARD und ZDF. Das Ziel der Bundesregierung für eine flächendeckende Internetversorgung in Deutschland wird ausdrücklich unterstützt.

Vermitteln soll der vom Bundeswirtschaftsministerium ins Leben gerufene Bund-Länder-Arbeitskreis "Mobile Media 2020". "Würden nun kurzfristig dem Rundfunk weitere Frequenzen entzogen, wäre der Weg zu einem konvergenten Rundfunk-Telekommunikationssystem verbaut", betonte Rombach. Man sei daher dagegen, dem Mobilfunk weitere Fernsehfrequenzen zuzuweisen. Hintergrund des Widerstandes ist nicht zuletzt die ab 2016 geplante Einführung des DVB-T-Nachfolgestandards DVB-T2. Dieser erlaubt unter anderem eine effizientere Nutzung der Frequenzen und ein größeres Senderangebot. Hinsichtlich des Bedarfs benötigen ARD und ZDF mittel- und langfristig dabei im Vergleich zu DVB-T eine unveränderte Anzahl an Frequenzen.

(Peter Giesecke)

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