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ARD und Sport1 sichern sich Audio-Rechte der Bundesliga – 90elf ausgebootet

Die ARD und Sport1 dürfen ab der kommenden Saison über UKW und per Online-Radio von den Spielen der Fußball Bundesliga berichten. 90elf ging hingegen leer aus und zeigt sich "unendlich enttäuscht".

19.03.2013, 14:28 Uhr
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Gute Nachrichten für alle Fußball-Fans. Livespiele der Fußball Bundesliga und der 2. Bundesliga werden auch in Zukunft von den Radiostationen der ARD übertragen. Darüber hinaus konnte sich Sport1 für die Spielzeiten 2013/2014 bis 2016/2017 ein Audio-Rechtepaket für Online-Übertragungen sichern. Das gab die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Dienstag in Frankfurt bekannt. Der Bundesliga-Radiokanal 90elf ging hingegen überraschend leer aus.

ARD bleibt an Bord

Die ARD wird über ihre reichweitenstarken Sender wie WDR 2 oder NDR 2 auch in Zukunft live aus den Stadien der Bundesligisten berichten dürfen, weil sie sich das Paket "Audio Broadcast" sichern konnte. Das befürchtete Ende der ARD "Bundesliga-Konferenz" ist damit vom Tisch. Darüber hinaus wurde von der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt das Paket "Audio Broadcast" gekauft, um zum Beispiel vor und nach dem Spiel in den Stadien Interviews mit Spielern und Trainern führen zu dürfen.

Einen neuen Besitzer gibt es beim Paket "Audio Netcast", das in den vergangenen fünf Jahren in Besitz der Regiocast Digital GmbH bzw. deren Online- und Digital-Radio 90elf war. Hier ist Sport1 der neue Rechteinhaber und dürfte somit ab der kommenden Saison zum Beispiel unter sport1.de oder über die Sport1-Apps von den Bundesliga-Spielen in Form von Audio-Livestreams berichten. Anders als die ARD darf Sport1 auch in voller Länge von den Spielen senden und nicht nur in Ausschnitten. Allerdings ist offiziell noch keine Entscheidung darüber gefallen, wie Sport1 mit den neuen Hörfunkrechten im Detail umgehen wird. "Ab der neuen Saison erreichen wir unsere Zuschauer und User auch über Radio - neben Free- und Pay TV, Online und Mobile", wird Olaf Schröder, Chefredakteur und Programmchef von Sport1 in einer Konzernmitteilung zitiert.

Große Enttäuschung bei 90elf-Machern

Bei Regiocast Digital zeigte man sich in einer ersten Reaktion "unendlich enttäuscht" über die Entscheidung der DFL, in Zukunft nicht mehr von den Bundesligaspielen berichten zu dürfen. "Wir haben in den zurückliegenden Wochen gekämpft wie die Löwen (...) und sind bei unserem Gebot an die Grenzen des wirtschaftlich Machbaren gegangen", sagte Geschäftsführer Florian Fritsche. "Wir können mit erhobenem Haupt vom Platz gehen, auch wenn wir dieses 'Spiel' verloren haben." Wie es mit 90elf weitergehen wird, ist offen. Bis 2016 darf der Sender unter anderem auch vom DFB Pokal live berichten.

Einzelheiten zu den finanziellen Konditionen, die von ARD und Sport1 an die DFL gezahlt werden, wurden nicht bekannt gegeben. Die Hörfunkwellen der ARD berichten seit Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 aus den Stadien. Fast schon legendär ist die so genannte Bundesliga-Konferenz, die samstags ab 16:55 Uhr startet und bis zu acht Millionen Zuhörer erreicht.

(Hayo Lücke)

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