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ARD-Chef Lutz Marmor: Rundfunkbeitrag könnte bereits 2016 steigen

Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor äußerte sich gegenüber dem "Rolling Stone"-Magazin über Netflix, die digitale Zukunft und den Rundfunkbeitrag. Letzterer könnte bereits 2016 erhöht werden.

25.09.2014, 15:16 Uhr
Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com

In einem Gespräch mit dem Rolling Stone Magazin (Ausgabe vom Oktober) plauderte der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor über den neuen Konkurrenten Netflix sowie die zukünftigen Strategien im digitalen Vertrieb. Und nicht nur das: Offenbar denkt die ARD bereits über eine Erhöhung des Rundfunkbeitrages 2016 nach. Dabei hatten die Ministerpräsidenten der Länder im März erst einmal eine Senkung des Rundfunkbeitrags um 48 Cent auf 17,50 Euro ab 2015 beschlossen.

Keine Angst vor Netflix

In Anbetracht der Veränderung, die neue Anbieter wie Netflix mit sich bringen, sieht sich die ARD vor neue Herausforderungen gestellt. Angst hat man vor der neuen Konkurrenz aber nicht: "Wir fürchten uns nicht vor Netflix", sagt Marmor und betont die Stärken Regionalität und die umfassende Auslandsberichterstattung: "Dagegen kann auch Netflix nichts ausrichten, da fühle ich mich weder angegriffen noch bedroht."

Bei Filmen und Serien sähe die Lage aber anders aus und Marmor geht von einem neuen Wettbewerb aus. "Dem müssen wir uns stellen, indem wir gute Arbeit abliefern", so der ARD-Vorsitzende.

Einen generellen Trendwechsel, dass Menschen vor allem im Internet nach Unterhaltung suchen, sieht Marmor nicht: "Ich glaube nicht, dass die jungen Leute gar nicht mehr fernsehen." Auch wer jünger als 30 Jahre ist, nutze den Fernseher noch 128 Minuten am Tag - das sei kaum weniger als vor 15 Jahren. Weiterhin heißt es von Marmor: "Und viele der Stars, die heute im Netz groß werden, haben irgendwann Interesse daran, ins Fernsehen zu kommen, weil sie dort neue Zielgruppen erreichen."

ARD-Chef verteidigt "XXL-Ostfriesen" und Rundfunkbeitrag

Die Kritik an der Programmausrichtung weist der ARD-Vorsitzende zurück: "Unser XXL-Ostfriese ist bei den Menschen sehr beliebt! Deutschland ist älter geworden - und wir sind da natürlich auch Spiegelbild der Gesellschaft."

Zu guter Letzt verteidigte Marmor auch den Rundfunkbeitrag, der nun pauschal alle Haushalte zur Kasse bittet. "Für die meisten Menschen hat sich ohnehin nichts geändert", so Marmor. Außerdem könne bereits 2016 eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags erfolgen, dies sei laut Marmor nötig um den jetzigen Standard zu halten: "Wir wollen gar nicht mehr Geld. Ich glaube aber, dass es mittelfristig wichtig wäre, zumindest wieder mit einer moderaten Anpassung für einen Inflationsausgleich zu sorgen - zumindest, wenn man in etwa das jetzige Angebot aufrechterhalten will."

Immerhin zeigte der ARD-Chef bei der Gestaltung der Mediathek etwas Selbstkritik: "Mit unserer Mediathek brauchen wir sicher noch mal einen Schub nach vorn. Da ist sicher noch Luft nach oben. Das bedeutet aber auch, dass wir unsere Kapazitäten da noch nicht voll ausgeschöpft haben." Konkret sollen Sendungen in Zukunft schneller eingestellt werden und das Angebot erweitert werden.

(Marcel Petritz)

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