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Arcor sperrt Youporn-Zugriff

Internetsurfer, die sich über den Provider aus Eschborn ins Internet einwählen, können ab sofort nicht mehr auf www.youporn.com zugreifen. Die eingerichtete DNS-Sperre ist aber leicht zu umgehen.

24.10.2007, 15:27 Uhr
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Es hatte sich abgezeichnet: Der Internetprovider Arcor hat aufgrund einer einstweiligen Verfügung den Zugriff auf das Pornoportal YouPorn gesperrt. Die Kirchberg Logistik GmbH, Betreiber der mit YouPorn konkurrierenden Seite sexyfilms.de, hatte die einstweilige Verfügung vor dem Landgericht Frankfurt/Main erwirkt und parallel dazu angekündigt, gegen insgesamt 19 DSL-Provider Abmahnungen verschickt zu haben. Der Vorwurf: Youporn verzichte komplett auf die aufwendigen Verfahren zur Altersprüfung, die deutsches Recht vorschreibt. Somit verschaffe sich Youporn einen Wettbewerbsvorteil per Rechtsbruch und die Internetprovider würden dabei helfen.
Statt IP- jetzt DNS-Sperre
Nachdem es Arcor-Kunden zunächst noch möglich war, ohne Einschränkungen im Internet zu surfen, ist seit Dienstag der Zugriff auf YouPorn gesperrt. Arcor bestätigte nun auf Anfrage unserer Redaktion die neu ergriffenen Maßnahmen, prüft nach eigenen Angaben aber auch, Revision gegen das Urteil des Landgerichts Frankfurt einzulegen. Mitte September hatte die Vodafone-Tochter schon einmal den Zugriff auf YouPorn zu unterbinden versucht, mit der eingerichteten IP-Sperre aber auch den Abruf zahlreicher harmloser Internetseiten verhindert und die Sperre schnell wieder aufgehoben.
Jetzt wurde ein anderer Weg eingeschlagen und eine Domain Name System-Sperre (DNS) aktiviert. Das so genannte DNS wurde eingeführt, um die IP-Adressen jeder Internetseite in klassische Internetadressen umwandeln zu können. Das heißt, zu jedem Domain-Namen gehört auch eine IP-Adresse. Arcor hat nun die IP-Adresse, die zu YouPorn gehört, gelöscht beziehungsweise so geändert, dass Arcor-Kunden ein Zugriff auf das amerikanische Pornoportal nicht mehr möglich ist.
Leicht zu umgehen
Für technisch versierte Internetnutzer ist es aber relativ leicht, eine solche Sperre zu umgehen. Unter anderem im Forum unseres Magazins werden bereits eifrig Lösungsansätze diskutiert, wie die DNS-Sperre umgangen werden kann. So ist es zum Beispiel jedem User über die Routereinstellungen möglich, die von Arcor verwendeten DNS-Server durch andere Server zu ersetzen.
Ein Zugriff auf YouPorn ist zum Beispiel dann wieder möglich, wenn auf kostenlose Web-Angebote wie www.opendns.com zurückgegriffen wird. Besorgte Eltern können über den Dienst im Übrigen eine Kindersicherung aktivieren, die über eine ständig aktualisierte Blacklist den Zugriff auf aktuell über vier Millionen Sexseiten blockiert. Minderjährige werden so vor jugendgefährdenden Inhalten geschützt, volljährige Internetsurfer können hingegen das World Wide Web weiter ohne Einschränkungen nutzen.

(Hayo Lücke)

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