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Arcor hebt Pornosperre wieder auf

Update: Arcor hebt Sperre wieder auf, da nicht nur drei Porno-Portale gesperrt wurden, sondern auch zahlreiche harmlose Internetseiten.

17.09.2007, 15:03 Uhr
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

So plötzlich wie der Telefon- und DSL-Provider Arcor seine Kunden mit einer Sperre von drei frei zugänglichen Erotik-Portalen überraschte, so heimlich, still und leise hat die Festnetztochter des Mobilfunkers Vodafone die Sperren nun wieder aufgehoben.
Sperre aufgehoben
Ursprünglich hatte Arcor damit argumentiert, die Sperre basiere auf dem in Deutschland geltenden Jugendschutz. Dadurch, dass Portale wie youporn.com keine genaue Altersverifikation vornähmen, sei es jedem Nutzer möglich, auf die dort hinterlegten pornografischen Inhalte zuzugreifen. "Das auf den Websites hinterlegte Material sollte Beschränkungen unterliegen", sagte ein Arcor-Sprecher seinerzeit gegenüber unserer Redaktion.
Weit mehr Seiten gesperrt als zunächst bekannt
Nun wurde bekannt, dass die Sperre nicht nur die drei Porno-Portale betraf, sondern weit mehr Internetadressen. Durch die von Arcor veranlasste IP-Sperre der Adresse 64.202.189.170 waren zwischenzeitlich zahlreiche harmlose Websites des Webhosters Go Daddy, zum Beispiel www.fon-city.com oder www.hesslerlabels.com, für Arcor-Kunden nicht zu erreichen.
Es ist denkbar, dass Arcor auch aus diesem Grund die Sperre jetzt wieder aufhob. Die von Arcor gesperrten Portale sind seit heute wieder zugänglich - auch die Sex-Seiten. Und das, obwohl sich auf den beanstandeten Portalen in Sachen Jugendschutz bisher nichts getan hat.
Update: Statement von Arcor
In einem Statement gegenüber unserer Redeaktion gab ein Arcor-Sprecher an, dass die Aufhebung der Blockade in der Tat darin begründet ist, dass die Sperre der IP-Adresse 64.202.189.170 diverse andere Seiten nicht erreichbar machte. "Legale Angebote müssen offen gehalten werden", heißt es seitens Arcor. Ohnehin hätten die Betreiber der Erotik-Portale ihrerseits auf die Arcor-Sperre reagiert und seien bereits Ende vergangener Woche auf eine andere IP-Adresse gewechselt. Arcor will nun weitere Schritte prüfen, wie mit den frei zugänglichen jugendgefährdenden Inhalten umgegangen werden kann. Mit einer weiteren Sperre sei aber zunächst nicht zu rechnen.

(Hayo Lücke)

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