Handysoftware

Apps für iPhone & Android: Navi und Offline-Karten

Dank Google Maps & Co. gibt es umfangreiches Kartenmaterial und eine Navigation auch auf dem Smartphone – aber nur online oder kostenpflichtig? Falsch: Über den Cache und mit bestimmten Apps wandert eine durchsuchbare Straßenkarte kostenlos und im Offline-Modus in die Tasche. Wir stellen verschiedene Android- und iPhone-Apps vor.

30.01.2011, 13:01 Uhr
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Nachdem wir kürzlich neue Apps für das iPhone und die besten Android Apps für alle Lebenslagen zusammengestellt haben, wollen wir nun spezielle Applikationen zum Thema "Navigation und Kartenmaterial für iPhone und Android" zeigen. Der Fokus liegt auch diesmal auf kostenlosen Apps – 100 Euro für eine Navigationssoftware inklusive Karten ausgeben kann ja schließlich jeder. Und wo wir schon beim Thema Kosten sind: Die Übersicht zeigt außerdem Möglichkeiten, offline auf Karten zuzugreifen, und beschreibt mit der Android App Osmand sogar einen Weg, auf dem Androiden offline nach Straßennamen und Koordinaten zu suchen. Die angegebenen QR Codes führen direkt zum entsprechenden Eintrag im Android Market beziehungsweise in iTunes.

Android Apps & iPhone Apps – Kartenmaterial

  • Seite 1: Google Maps und Navigation
  • Seite 2: Bing, OpenStreetMap, Skobbler und OsmAnd
  • Seite 3: Offline-Karten-Apps für Android und iPhone Apps

Google Maps für iPhone und Android

Da Google hierzulande unbestritten die Suchmaschine mit der größten Reichweite ist, dürfte für viele Internetnutzer Google Maps das Stichwort sein, wenn am Desktop-PC oder Notebook mal eben überprüft werden soll, ob die günstige Ferienwohnung wirklich so ruhig gelegen ist. Die integrierten Google Places verzeichnen Orte wie Hotels und Geschäfte, die mit Bewertungen und Beschreibungen angereichert sind, Google Latitude zeigt den aktuellen Standort von Freunden an und mit Street View lassen sich potentielle Ausflugsziele schon vorab mit 360-Grad-Panoramabildern auf dem Bildschirm erkunden. Google Maps gibt es auch als mobile App: Auf Android Smartphones und Tablets sowie dem Apple iPhone lässt sich das Icon für Google Maps schon out-of-the-box entdecken, BlackBerry-Modelle, Handys mit Windows Mobile oder Symbian lassen sich nachträglich mit dem Geodatendienst mit Satelliten- und Kartenansicht bestücken. Wer kein Mobiltelefon mit den genannten Merkmalen besitzt, kann mit dem Handy-Browser m.google.de ansteuern und erfährt dann, welche Google Services kompatibel sind.

Google Maps offline nutzen

Strenggenommen ist ein Zugriff auf die Daten nur online möglich, was natürlich Traffic verursacht. Wer keine Handy Internet Flat gebucht hat, sollte daher das Download-Volumen beobachten. Seit dem letzten Update kann Google Maps bereits in den Cache geladenes Material aber auch offline verwenden. Der eigentliche Sinn dahinter ist ein nahtloser Betrieb, falls die UMTS- oder WLAN-Verbindung abbricht. Es spricht aber nichts dagegen, den Cache ausnutzen, um zuhause via WLAN Karten vorzuspeichern und sie unterwegs ohne 3G-Kosten zu verwenden.

Android App für die Navigation mit Google Maps


Die Zusatz-App Google Maps Navigation ergänzt auf Android Geräten eine kostenlose Navigation per GPS. Auch wenn in dem App-Häppchen noch ein Beta-Fähnchen steckt, hat der ADAC Google Maps Navigation als "gut" bewertet. Die Android App zeigt die Route auf einer Satellitenansicht an und bietet eine Sprachaus- und -eingabe. Wer ein Android Smartphone oder einen Tablet-PC mit Android ab Version 2.0 nutzt, erhält mit dem Automodus zusätzlich eine auf den Betrieb im Fahrzeug optimierte Benutzeroberfläche, die durch größere Symbole auch weniger kontrolliert ausgeführte Touchscreen-Berührungen zulässt. Per pedes genutzt, lässt sich auf den Fußgängermodus umschalten. Wie für Google Maps gilt: Einmal online aufgerufene und in den Cache gespeicherte Wegbeschreibungen werden auch im Offline-Betrieb fortgesetzt.

Auch außerhalb von Google Inc. mit Hauptsitz im kalifornischen Mountain View wird an Karten-Services gearbeitet. Rivale Microsoft hält mit Bing Maps dagegen, StreetSide View ist wiederum das Pendant zu Google StreetView. Mit Bing for mobile gibt es das Paket mit Suchmaschine und Kartendienst zwar auch fürs Handy, die Apps sind aber auf US-Kunden ausgerichtet.

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Ein weiteres Projekt, das sich mit Geodaten beschäftigt, ist OpenStreetMap, kurz OSM. Das Ziel ist ambitioniert, die Anzahl der "Mitarbeiter" enorm: Die 2004 gegründete OpenStreetMap ist eine freie Weltkarte, an deren Ausarbeitung jeder Nutzer mit GPS-Empfänger nach dem Wikipedia-Prinzip teilhaben kann, um kostenpflichtigen und Lizenz-behafteten Karten-Anbietern zu trotzen. Was zunächst fast schon zu vielversprechend klang, zeichnet sich in der Praxis durch wachsende Datensätze aus, wobei – selbstredend – noch nicht alle Teile der Erde vermessen und mit Straßennamen und markanten Punkten angereichert wurden. Je nach Urlaubsland kommt der orientierungslose Nutzer daher eventuell nicht mit OSM weiter. Im vergangenen Sommer soll OSM aber bereits "die Gesamtkilometer von Teleatlas überholt" haben, Bing Maps integriert OpenStreetMap-Karten und auch viele kostenlose Navigationslösungen machen sich die Gratis-Karten zunutze.

Skobbler: Gratis-Navigation für iPhone und Android:

Da wäre zum Beispiel Skobbler: Die Handy-Anwendung unterstützt das iPhone 3G/3GS (iPhone App für 79 Cent) und Smartphones mit Android ab Version 1.6 (Android App gratis) und bringt eine kostenlose GPS-Navigation für Autofahrer und Fußgänger mit Sprachansagen, Tag- und Nachtmodus sowie einer Umkreissuche auf das Display. Die Routenführung erfolgt online, daher fallen Kosten für den Datenverkehr an.

OsmAnd: Sehr vielfältige Android App

Nicht so bei der praktischen Android App OsmAnd, zumindest nicht zwangsläufig. Die App liefert neben einer Navigation – auf Wunsch auch mit Sprachanweisungen (allerdings nicht auf Deutsch) – die Möglichkeit, unter anderem Google-Maps- und OpenStreetMap-Daten offline zu nutzen. Das Material wird beim Aufrufen in der App automatisch auf die Speicherkarte geladen, der Download kann aber auch via PC erfolgen.

Ein auf Java basierendes Tool für die Kartenerstellung am Computer gibt es auf der Projekt-Website von osmand. Eine Anleitung in Kurzform: Den aktuellsten "OsmAnd Map Creator" (ZIP-Datei) herunterladen, entpacken und dann die .jar-Datei ausführen. Der Map Creator öffnet sich und zeigt eine Weltkarte. Unter "Source of tiles" lässt sich die Kartenquelle, zum Beispiel Google Maps, auswählen. Vergrößert wird der Kartenausschnitt mit dem Mausrad, verschoben mit gedrückter rechter Maustaste. Ist das gewünschte Kartenstück positioniert, wird mit der linken Maustaste ein Kasten gezogen, dessen Inhalt sich mit "Preload area" (oben rechts) herunterladen lässt. In dem Pop-Up-Fenster, das sich öffnet, können nun ein Speicherort und die Zoom-Stufen ausgewählt werden, wobei das Tool die Dateigröße gleich mit anzeigt. Die fertig heruntergeladenen Dateien müssen anschließend an die richtige Stelle in den osmand-Ordner auf dem Android-Handy kopiert werden, zum Beispiel unter osmand/tiles/Google Maps. Über die osmand-Website oder innerhalb der App auf dem Handy werden später noch die Indexe (Adressen und POIs) heruntergeladen, um die Karte offline durchsuchen zu können.

Die ganze Vorbereitung mag etwas kompliziert sein, der Lohn ist ein komplett kostenloser Offline-Straßenatlas auf dem Handy. Später können übrigens nicht nur offline Adressen, sondern auch Koordinaten in die Suche eingetippt werden.

Zwar keine Navigationsanweisungen und keine Adresssuche, aber dank GPS immerhin die eigene Position und eine Karte der Umgebung gibt es für Android Smartphones auch mit der App Locus. Das Programm speichert Karten aus Quellen wie Google Maps, Bing Maps, Yahoo oder OpenStreetMap lässt einen Import von POIs sowie Modifikationen durch eine Verknüpfung mit Googles My Maps zu.

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Locus, WorldExplorer & Co. – Karten offline

Je nach Kartenausschnitt und Zoom-Stufen steigt natürlich die Dateigröße der Karten, weshalb sich für den Download mobile Datentarife oder die Nutzung von WLAN empfehlen. In unserem Test verliefen Downloads von kleineren Kartenausschnitten problemlos, wer jedoch eine größere Region für einen Urlaub oder Kurztrip speichern möchte, muss Geduld und viel Platz haben: Eine Metropole mit Umkreis von rund 40 Kilometern für die Offline-Betrachtung vorzubereiten, erwies sich in unserem Test als schwierig. Immer wieder brach Locus den Download ab – glücklicherweise lässt sich der Prozess fortführen, sodass der Nutzer nicht immer von neuem starten muss. In der Handhabung ist OsmAnd mit seinem PC-Download-Tool bei großen Datensätzen praktischer. Zur Finanzierung blendet Locus übrigens Werbung ein. Eine ähnliche App für Android ist der WorldExplorer, der ebenfalls Online- und Offline-Kartenmaterial nutzen kann.

iPhone Apps mit Karten-Download

Auch für das Apple Smartphone gibt es natürlich Apps, um offline Karten anzusehen. Kostenlose Apps für das iPhone zu finden, ist aber mitunter nicht ganz so einfach wie für Android. Die iPhone App Map Tap Lite kostet nichts, lädt aber nur OpenStreetMap-Karten herunter, ebenso oMaps für 1,59 Euro. City Maps 2 Go für 79 Cent umfasst nach eigenen Angaben mehr als 2.400 Karten zum Download, eine Such- und Bookmarkfunktion sowie POIs. Auch iPad und iPod touch werden mitversorgt. Wer nur eine Karte benötigt oder die App ausprobieren möchte, findet mit City Maps 2Go Lite eine kostenlose Variante der iPhone App. True Offline Maps 2 kostet schon etwas mehr (3,99 Euro), verspricht jedoch als einzige App, für jede Stadt auf der Welt Kartenmaterial zum Download anzubieten, das offline durchsuchbar ist.

(Saskia Brintrup)

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