iOS 15, macOS 12

Apple zeigt neue Funktionen für iPhones, iPads und Macs

Auf der Entwicklerkonferenz WWDC zeigt Apple die Zukunft von iOS und Co. Im Wettstreit mit Google setzt der Konzern aus Cupertino auf smarte Funktionen und verstärkten Datenschutz. Siri und FaceTime lässt Apple erstmals auf fremde Geräte los.

Christoph Liedtke, 08.06.2021, 09:15 Uhr (Quelle: DPA)
Apple iOS 15© Apple Inc.

Apple setzt im Konkurrenzkampf um Nutzer von Smartphones und Computern auf Datenschutz und smarte Funktionen. Am Montag gab der Konzern auf der Entwicklerkonferenz WWDC einen Ausblick zu den kommenden Betriebssystemen iOS 15, iPadOS 15, watchOS 8 und macOS 12. So können etwa iPhones bald Text in Fotos auslesen können, auf den Geräten wird automatisches Übersetzen in andere Sprachen möglich, die Videochat-App FaceTime wird nach dem Boom von rivalisierenden Diensten wie Zoom in der Corona-Krise deutlich ausgebaut. Zugleich stärkt Apple den Schutz der Privatsphäre mit neuen Funktionen wie neuen Funktionen gegen die Nachverfolgung des Nutzerverhaltens bei E-Mails und im Webbrowser Safari.

FaceTime auf Windows-PCs und Android-Smartphones

Nutzer von Android-Smartphones und Windows-Computern können sich künftig auch in FaceTime-Videochats einwählen. Dafür wird man Nutzer in einen FaceTime-Chat auch über einen Link einladen können - so wie es etwa beim Videokonferenzdienst Zoom üblich ist. FaceTime bekam in der Präsentation zum Auftakt von Apples Entwicklerkonferenz WWDC zudem ein weitreichendes Update. So wird man mit Hilfe der App künftig gemeinsam Musik hören und Video ansehen können, ohne den Chat zu unterbrechen.

Die Funktion wird unter anderem für den Streaming-Dienst Disney+, aber auch für die Video-App TikTok verfügbar sein. Man kann zum Beispiel gemeinsam mit Freunden, die an unterschiedlichen Orten sind, dieselbe Sendung über die Fernsehbox Apple TV auf dem Fernseher anschauen und sich über das Geschehen austauschen. Apple bessert FaceTime auch mit der Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen und einem Porträt-Modus mit verschwommenem Hintergrund auf.

Siri verarbeitet Anfragen lokal auf dem Gerät

Siri kann für die Spracherkennung künftig ohne Internet-Verbindung auskommen. Bisher wurden die Aufnahmen dafür zur Verarbeitung an die Apple-Server und wieder zurückgeschickt. Die Erkennung direkt auf dem Gerät steigert zum einen die Datensicherheit, macht die Software zum anderen auch schneller. Wenn Anwender aktiv zustimmen, werden aber mit Siri auch in Zukunft anonymisierte Daten in die Apple-Cloud gesendet, damit der Dienst mit maschinellem Lernen weiter verbessert werden kann.

Die Sprachassistentin Siri kann künftig auch Herstellern von Hausgeräten integriert werden. Diesen Weg gehen bereits Amazon mit der Assistenzsoftware Alexa und Google mit seinem Assistant.

Ende der Tracking-Pixel in Mails, iCloud+ mit einer Art VPN-Dienst

Auch neue Datenschutz-Funktionen kündigte Apple auf der Keynote an. Dazu gehört das Blockieren von Nachverfolgungs-Pixeln in E-Mails. Auf diese Technologie greifen etwa Absender von Werbung oder Newslettern zurück, um zu erfahren, ob, wo eine E-Mail geöffnet und wie mit ihr interagiert wurde.

Außerdem sichert Apple für Kunden seiner Abo-Dienste künftig die Datenübertragung mit zusätzlicher Verschlüsselung ab. Die Funktion "Private Relay" ist Teil eines neuen Abos iCloud+ und soll besser als herkömmliche VPN-Dienste ("Virtual Private Network") die übertragenen Daten abschirmen. Im Gegensatz zu einem klassischen VPN können die Kunden aber keinen virtuellen Standort auswählen, um zum Beispiel von Deutschland aus Streaming-Inhalte anschauen zu können, die eigentlich Zuschauern in den USA vorbehalten sind.

Neue Gesundheitsfunktionen für iPhone und Apple Watch

Immer weiter ausgebaut werden die Gesundheitsfunktionen der Apple-Geräte. So werden das iPhone und die Apple Watch künftig den Gang eines Nutzers analysieren können, um ihn vor einem erhöhten Fallrisiko zu warnen. In den USA kooperiert Apple mit medizinischen Einrichtungen, damit die Gesundheits-Anwendung "Health" aktuelle Laborergebnisse direkt in der App anzeigen und interpretieren kann.

Die neuen Funktionen sorgten dafür, dass verschiedene Elemente von Apples Ökosystem enger miteinander verzahnt werden, kommentierte der langjährige Branchenanalyst Gene Munster die Ankündigungen. Das erleichtere die Nutzung der Produkte. Die neuen Betriebssysteme macht Apple traditionell im Herbst verfügbar. Die Funktionen werden aber bereits jetzt vorgestellt, damit Entwickler sie rechtzeitig in ihre Apps integrieren können.

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