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Apple will auf Einsatz von Rohstoffen aus Konfliktregionen verzichten

Elektronik-Hersteller werden immer wieder für den Einsatz von Rohstoffen aus Konfliktregionen kritisiert. Apple verzichtet auf solche Mineralien - und veröffentlicht eine Liste aller Erzminen, aus denen Rohstoffe für iPhone, iPad und andere Geräte kommen. Die konfliktfreie Herkunft des Minerals Tantal kann Apple nun lückenlos nachweisen.

16.02.2014, 12:01 Uhr (Quelle: DPA)
Apple© Apple

Apple will künftig möglichst komplett auf den Einsatz von Rohstoffen verzichten, die in Konfliktregionen gefördert werden. Das für die Produktion der Apple-Produkte wichtige Mineral Tantal stamme inzwischen nachweisbar vollständig aus konfliktfreien Quellen, teilte das Unternehmen in einem Bericht am Mittwoch (Ortszeit) mit. Tantal-Erze wie Tantalit und Coltan werden als sogenannte Konfliktmineralien eingestuft, da die Förderminen im Osten der Demokratischen Republik Kongo von Rebellen kontrolliert werden. Diese Betriebe stehen im Verdacht, Menschenrechtsverletzungen mitzufinanzieren.

Apple-Zulieferer auf dem Prüfstand

Jeff Williams, der bei Apple als Senior Vice President für die Produktion verantwortlich ist, sagte, es gehe nicht darum, ganze Regionen oder einzelne Länder wie den Kongo komplett aus der Lieferantenkette zu streichen. "Es kommt auf die Verhältnisse in jeder einzelnen Mine oder Erzhütte an."

Für andere kritische Rohstoffe kann Apple den Beweis einer ethisch sauberen Quelle noch nicht lückenlos liefern. "Wir drängen unsere Zulieferer (PDF) von Zinn, Wolfram und Gold hart, nur verifizierte Quellen zu verwenden", sagte Williams. Um die Verantwortung der Zulieferer zu betonen, veröffentlichte Apple zusammen mit dem Bericht eine komplette Liste aller Erzhütten (PDF), die Rohstoffe für Produkte wie das iPhone, das iPad und die Macintosh-Rechner liefern. Bei Zinn, Wolfram und Gold ist die Elektronikbranche aber nur ein vergleichsweise kleiner Abnehmer.

Apple drängt auf Einhaltung der maximalen wöchentlichen Arbeitszeit von 60 Stunden

US-Unternehmen müssen zum Mai angeben, ob ihre Produkte Konflikt-Mineralien aus dem Kongo enthalten. Zuletzt kündigte der Chip-Hersteller Intel Anfang des Jahres an, bei seinen Prozessoren ohne solche Rohstoffe auskommen zu wollen.

Fortschritte machte Apple dem Bericht zufolge bei der Einhaltung der maximalen wöchentlichen Arbeitszeit von 60 Stunden. Im vergangenen Jahr hätten sich 95 Prozent der Zulieferer daran gehalten. Im Jahr 2011 waren dies nach Apple-Angaben lediglich 38 Prozent. Inzwischen sei die durchschnittliche Arbeitszeit auf unter 50 Wochenstunden gesunken. Für Apple sei wichtig, dass die Arbeiter nur freiwillig länger als gewöhnlich arbeiten.

Der Kampf gegen zu lange Arbeitswochen war in den vergangenen Jahren zum Teil sogar auf Proteste der Arbeiter in China gestoßen, weil sie möglichst viel Geld für ihre Familien verdienen wollen und auf viele Überstunden pochen.

Lange Arbeitszeiten wegen Weihnachtsgeschäft

Apple registrierte im vergangenen Jahr besonders lange Arbeitszeiten im September, weil zu diesem Zeitpunkt bereits viele Geräte für das Weihnachtsgeschäft produziert werden. Die für westliche Verhältnisse langen Arbeitszeiten waren in der Vergangenheit immer wieder von Gewerkschaften kritisiert worden. Williams sagte, sein Unternehmen nehme Kritik von Nicht-Regierungsorganisationen offen an. "Das hilft uns nur, besser zu werden."

Apple-Chef Tim Cook hatte nach dem Amtsantritt vor zweieinhalb Jahren das Augenmerk auf die Arbeitsbedingungen verstärkt und mehr Transparenz versprochen. Die Mitarbeiter des Unternehmens unternahmen im vergangenen Jahr 451 Kontrollen bei Zulieferfirmen mit insgesamt 1,4 Millionen Beschäftigten. Dabei seien 23 Arbeiter entdeckt worden, die bei ihrer Einstellung noch keine 16 Jahre alt gewesen seien.

(Jörg Schamberg)

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