Update

Apple veröffentlicht iOS 14 mit Widgets und Datenschutz-Fokus

Der iPhone-Hersteller hat das große Update auf iOS 14 veröffentlicht. Erstmals lassen sich interaktive Widgets auf dem Home-Screen platzieren. Apple erhöht mit der neuen Version erneut den Datenschutz und die Privatsphäre seiner Nutzer.

Christoph Liedtke, 17.09.2020, 13:38 Uhr
Apple iOS 14Apple erfindet mit iOS 14 den Home-Screen neu. Erstmals finden dort interaktive Widgets Platz.© Apple Inc.

Am gestrigen Dienstagabend, den 16. September 2020, hat Apple die neue iOS Version 14 für iPhones veröffentlicht. Das große Update bringt vor allem eine optische Änderung mit sich: Erstmals lassen sich auf den Apple-Smartphones interaktive Widgets auf dem Home-Screen ablegen, zuvor fristeten sie ein eher nischiges Dasein auf einer gesonderten Seite links vom Home-Bildschirm.

Interaktive Widgets in unterschiedlichen Größen

Was Android-Nutzer seit Jahren kennen, ereilt nun auch Besitzer von iPhones. Mit iOS 14 können Widgets auf dem Home-Bildschirm erstellt werden, die beispielsweise anstehende Kalendertermine und Erinnerungen, Neuigkeiten an der Börse und in den Nachrichten, Fotos oder kürzlich gespielte Musik-Alben anzeigen. Dadurch verändert sich die Optik des Home-Bildschirms stark, der jahrelang nur aus Apps und Ordner bestand, da diese Widgets auch in der Größe angepasst werden können. Auch ist es möglich, ein Widget mit mehreren Apps als sogenanntes "Stack" zu bündeln und per Wischgeste zum jeweiligen Widget-Ansicht zu gelangen.

Auf der letzten Seite des Home-Bildschirms findet sich eine weitere Neuerung: die App-Mediathek. Sie fasst alle auf dem iPhone installierten Apps kategorisch in einer Übersicht zusammen und soll so die Suche nach einer bestimmten App verkürzen.

Apple iPhone 11

Apple iPhone 11

  • iOS
  • 12 Megapixel-Kamera
  • 6,1 Zoll Retina-LCD Display
  • bis zu 256 GB Speicher
  • ab 0,00 € mit Vertrag
iPhone 11 Pro

Apple iPhone 11 Pro

  • iOS
  • 12 Megapixel-Kamera
  • 5,8 Zoll Retina-LCD Display
  • bis zu 512 GB Speicher
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Datenschutz und Privatsphäre im Vordergrund

Apple iOS 14 Unter iOS 14 verstärkt Apple den Datenschutz mit Maßnahmen gegen Tracking und Aufklärung.© Apple Inc.

Einen großen Fokus legt iOS 14 auf Datenschutz und Privatsphäre. Zwar ist die bedeutendste Neuerung, das Anfragen sämtlicher Apps zum App-übergreifenden Tracking (lies: das Erstellen eines umfangreichen Nutzerprofils für personalisierte Werbung), auf das nächste Jahr verschoben, das vorerst standardmäßig aktivierte Tracking lässt sich aber auch bereits jetzt ausschalten. Es findet sich in "Einstellungen > Datenschutz > Tracking". Des Weiteren müssen Entwickler im App Store schon bald eine Zusammenfassung mit allen angeforderten Berechtigungen der jeweiligen App auflisten.

Greift eine App unter iOS 14 auf die Kamera oder das Mikrofon zu, signalisiert das iPhone diesen Zugriff mit einer grünen respektive gelben Statusanzeige in der oberen Leiste. Nutzer können Apps nun nicht mehr nur die Standortabfrage gewähren oder verwehren, sondern auch nur einen ungefähren Ort übermitteln. Beim Foto-Zugriff durch Apps bessert Apple unter iOS 14 ebenfalls nach, sodass Apps erstmals nur Zugriff auf vom Nutzer ausgewählte Fotos haben. Beim Surfen listet Apples Safari-Browser fortan auf Knopfdruck eine Übersicht der geblockten Tracker auf. Wer zudem Apple die eigenen Passwörter anvertraut, erhält eine Warnung, wenn sie beispielsweise in einem Daten-Leak im Internet kursieren.

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Anrufe dezenter, Bild-in-Bild-Modus verfügbar

Apple iOS 14 Neu ist auch ein Bild-in-Bild-Modus.© Apple Inc.

iOS 14 bietet darüber hinaus weitere, nützliche Verbesserungen wie etwa eine kleinere Anrufanzeige bei eingehenden Telefonaten und Facetime-Calls, sie überschatten nun nicht mehr den gesamten Bildschirm, sondern melden sich ähnlich dezent wie herkömmliche App-Benachrichtigungen. Auch Siri kommt ohne Vollbildmodus aus, die Sprachassistentin zeigt sich in iOS 14 als kleines rundes Logo unten mittig auf dem iPhone.

Apple führt mit iOS 14 einen Bild-in-Bild-Modus ein, sodass Videos beim Wechseln zu einer anderen App nicht mehr pausieren, sondern in einem kleinen Fenster weiterlaufen. Eine gänzlich neue App bietet Apple mit "Translate" an. Die App kann derzeit 11 Sprachen übersetzen und soll komplett lokal ohne Cloud-Abgleich auf dem iPhone arbeiten. Apropos Apps: Standard-Programme wie Safari und Mail können nun vom Nutzer verändert werden, sodass sich beispielsweise Firefox als alternativer Standard-Browser nutzen lässt.

Auch die Nachrichten-App erhält mit iOS 14 ein größeres Update. Konversationen lassen sich erstmals anpinnen, Gruppen-Chats sollen von Erwähnungen einzelner Teilnehmer und präzisen Antworten auf einzelne Nachrichten profitieren. Auch in puncto Memojis liefert Apple Neuerungen. So halten weitere Kopfbedeckungen Einzug, auch können nun Masken getragen und Fistbumps ausgetauscht werden.

Apples iOS 14 läuft auf allen iPhones, die auch iOS 13 unterstützen, dazu zählen folgende Modelle:

  • iPhone 11, 11 Pro und 11 Pro Max
  • iPhone SE (1. und 2. Generation)
  • iPhone XR, XS, XS Max
  • iPhone 8, 8 Plus und X
  • iPhone 7 und 7 Plus
  • iPhone 6S und 6S Plus

Am gestrigen Abend hat Apple auch weitere Updates verteilt. Für Tablets gibt es iPadOS 14, die Apple Watch (ab Series 3) erhält watchOS 7 und das Apple TV (ab der 4. Generation) kann auf tvOS 14 aktualisiert werden.

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