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Apple startet gratis iCloud-Dienste am 12. Oktober

Apple verlagert viele Dienste in die "Wolke": Ab dem 12. Oktober ermöglicht der kostenlos verfügbare iCloud-Service die geräteübergreifende Nutzung von iTunes, Dokumenten und Fotostream. Inhalte stehen ohne Synchronisierung stets aktuell auf allen Geräten zur Verfügung.

05.10.2011, 13:51 Uhr
Apple© Apple

Eines der Highlights der Apple-Keynote von Mittwoch war neben der Vorstellung des iPhone 4S die Ankündigung des Starttermins für Apples neuen Service iCloud. Schon am 12. Oktober soll iCloud zeitgleich mit der Veröffentlichung von iOS 5, der aktuellsten Version des mobilen Betriebssystems des US-Konzerns, weltweit als kostenloser Download verfügbar sein. Per iCloud werden Inhalte automatisch zentral in der Cloud gespeichert und stehen dann geräteübergreifend zur Verfügung. Voraussetzung zur Nutzung des Dienstes ist ein iPhone, iPad oder iPod touch mit aktuellem iOS 5 oder ein Mac mit Mac OS X Lion sowie eine gültige Apple ID. Auf einem PC lässt sich iCloud unter Windows Vista oder Windows 7 verwenden. Apple stellt jedem iCloud-Nutzer 5 Gigabyte (GB) Speicherplatz für E-Mail, Dokumente und Backup kostenfrei zur Verfügung. Nicht auf den Speicherplatz angerechnet werden gekaufte Musik, Apps, Bücher und Fotos. Für die Nutzung der iCloud-Dienste erhebt Apple keine Gebühren. Auf Wunsch lässt sich der iCloud-Speicher jedoch kostenpflichtig aufstocken: 10 GB-Speicher kosten beispielsweise 20 US-Dollar im Jahr.

iCloud: Inhalte automatisch auf allen Geräten

Apple bietet gleich eine ganze Palette verschiedener Cloud-Services wie iTunes, Fotostream und Dokumente in der Cloud. Mit iPhone, iPad, iPod touch, Mac oder PC sollen Nutzer problemlos auf die Anwendungen zugreifen können. Inhalte wie Musik, Fotos, Apps, Kontakte, Kalender oder Dokumente lassen sich automatisch und drahtlos in der iCloud speichern. Zudem werden die Dateien automatisch auf alle Geräte eines Anwenders gepusht, so dass sie überall zur Verfügung stehen. Es steht immer die aktuellste Version eines Dokumentes auf allen Geräten bereit: Ändert sich der Inhalt eines Dokumentes auf einem Gerät, werden auch die anderen Geräte automatisch auf den neuesten Stand gebracht.

"iCloud ist der einfachste Weg um Inhalte zu verwalten, da iCloud alles für den Anwender erledigt und weit über das hinaus geht, was bisher erhältlich ist", erläutert Eddy Cue, Senior Vice President Internet Software und Services von Apple. Anwender müssten sich nicht mehr selber um die Synchronisierung kümmern, da diese automatisch erfolge.

iTunes in der Cloud: Musik ohne Synchronisierung auf allen Geräten nutzen

Durch die Verlagerung des Musikdienstes iTunes in die "Wolke" stehen Downloads neu gekaufter Musik auch ohne Synchronisierung auf den anderen Geräten des Anwenders zur Verfügung. Mit einer Apple ID lassen sich bis zu zehn Geräte mit dem neuen iTunes-Dienst verwenden. Ohne zusätzliche Kosten können mit iTunes in der Cloud auch bereits zuvor erworbene Inhalte wie Musik, in den USA auch TV-Episoden, auf alle Geräte heruntergeladen werden. Das gilt auch für bereits gekaufte Apps und Bücher. Der neue Dienst soll unabhängig von den genutzten Geräten einen besseren Überblick in die Historie der bei iTunes, im App Store oder iBookstore gekauften Inhalte bieten. Erworbene Inhalte lassen sich durch Antippen des iCloud-Symbols herunterladen.

Um Datentraffic beim Heraufladen der Musikbibliothek des Anwenders zu sparen, gleicht der Service iTunes Match die Songs des Anwenders inklusive nicht in iTunes erworbener Musik mit mehr als 20 Millionen verfügbaren Stücken im iTunes Store ab. Sind die Titel dort bereits vorhanden, können Kunden auf diese in einer DRM-freien Version im AAC-Format mit einer Datenrate von 256 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s) zugreifen. In die Cloud werden nur die Musikstücke des Anwenders geladen, die im iTunes Store nicht gefunden werden konnten. Der Service iTunes Match ist noch im Oktober verfügbar, allerdings ausschließlich in den USA. Pro Jahr fallen für die Nutzung 24,99 US-Dollar an.

Dokumente und Fotos automatisch aktualisieren

Die automatische Aktualisierung durch die iCloud Dienste gilt auch für beispielsweise per Pages auf dem iPad erstellte Dokumente. Auf einem anderem iOS-Gerät kann der Anwender das Dokument inklusive der zuletzt vorgenommenen Änderungen öffnen und an der gleichen Stelle weiterarbeiten. Der iCloud-Service wird von den iWork-Apps für iOS, Pages, Numbers und Keynote unterstützt.

Per iCloud Fotostream stehen auf einem Gerät aufgenommene Fotos auf allen Geräten zur Verfügung. Fotoalben lassen sich per Fotostream auch über Apple TV anschauen. Werden Fotos von einer Digitalkamera importiert, pusht iCloud diese automatisch per WLAN- oder Ethernetverbindung auf die Geräte des Anwenders. Um den Speicherplatz nicht zu erschöpfen, werden jeweils nur die 1.000 aktuellsten Fotos von Fotostream auf allen Geräten bereitgestellt.

Tägliche Datensicherung per iCloud Backup

Täglich erstellt iCloud Backup eine Datensicherung von Fotos, Vidoes, Geräteeinstellungen, Daten der Apps, Home Screen sowie von Nachrichten und Klingeltönen über WLAN, sobald das iPhone, das iPad oder der iPod touch aufgeladen werden. Über icloud.com steht ein Webzugang zu E-Mail, Kontakte, Kalender, Mein iPhone suchen und iWork-Dokumenten bereit. Die Mein iPhone suchen-App hilft bei der Suche nach einem vermissten iPhone, iPad oder iPod touch. Der "Fundort" wird auf einer Karte angezeigt, das Gerät lässt sich im Falle eines Diebstahls aus der Ferne sperren sowie darauf enthaltene Daten dauerhaft löschen. Auch Macs mit Mac OS X Lion lassen sich nun mit der App aufspüren. Keine Geräte, aber Freunde lassen sich mit der im App Store neu verfügbaren, kostenlosen App Find my Friends mit Hilfe einer Karte auffinden. Per einfachem Fingertipp soll sich der Standort auf Wunsch aber auch verbergen lassen.

(Jörg Schamberg)

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