News

Apple: Schulden machen, Steuern sparen

Obwohl Apple auf einem riesigen Geldberg sitzt, will das Unternehmen erstmals seit den 90er Jahren eine Anleihe verkaufen. Bei dem ungewöhnlichen Steuersparmodell mischt auch die Deutsche Bank mit.

30.04.2013, 18:16 Uhr (Quelle: DPA)
Apple© Apple

Apple holt sich bei seinem ersten Anleihenverkauf seit 17 Jahren Unterstützung bei der Deutschen Bank. Das Frankfurter Kreditinstitut organisiert den Gang zum Kapitalmarkt zusammen mit dem Wall-Street-Schwergewicht Goldman Sachs, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Apple-Mitteilung hervorgeht. Apple will Anlegern Papiere mit Laufzeiten bis 2016, 2018, 2023 und 2043 anbieten.

Neue Schulden trotz Milliardenvermögen

Apple hatte vergangene Woche angekündigt, trotz seines Geldbergs von 145 Milliarden Dollar eine Anleihe platzieren zu wollen. Sie bekam schnell den Spitznamen "iBonds". Das frische Geld soll in die Ausschüttung an die Anteilseigner in Gesamthöhe von 100 Milliarden Dollar fließen. Der Betrag, der über Dividenden und einen Aktienrückkauf fließen soll, wurde zuletzt um 55 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2015 aufgestockt.

Für Apple ist es günstiger, Schulden zu machen, statt auf die eigenen Reserven zuzugreifen. Denn rund 102 Milliarden Dollar sind außerhalb der USA geparkt, und bei der Rückkehr ins Heimatland würden Steuern fällig. Rund ein Drittel fielen an den US-Fiskus, wenn das Vermögen wieder in die Vereinigten Staaten zurückgeführt würde.

Keine Bestnote von Rating-Agenturen

Angaben zum Umfang oder Verzinsung der geplanten Anleihe machte Apple zunächst nicht. Die Papiere haben einen festen Zinssatz und zusätzlich gibt es die Anleihen mit Laufzeiten bis 2016 und 2018 auch in Varianten mit variablem Zinssatz.

Apple blieb vor der Anleihen-Platzierung trotz der gewaltigen Geldreserven die Spitzen-Bewertung der Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's verwehrt. So gab es von Moody's nur ein Rating der zweitbesten Stufe Aa1 statt Aaa. Für Unternehmen, die so stark von der Gunst der Verbraucher in den sich schnell verändernden Branchen Technologie und Mobilfunk abhingen, gebe es langfristige Risiken, hieß es zur Begründung. Von Standard & Poor's gab es ebenfalls die zweitbeste Bewertung AA+.

Zuletzt hatte Apple 1996 Schuldpapiere ausgegeben. Danach hatte der zurückgekehrte Gründer Steve Jobs viel Wert darauf gelegt, das Unternehmen schuldenfrei zu halten.

Update 1. Mai, 08:45 Uhr - Geldregen für Apple

Durch den Verkauf von Anleihen hat sich Apple nach Daten des Finanzdienstleisters Bloomberg insgesamt 17 Milliarden Dollar beschafft (13 Milliaren Euro) und damit so viel wie kein anderes US-Unternehmen zuvor auf einen Schlag. Das Geld soll in den Rückkauf eigener Aktien und in Dividenden fließen. So will Apple seinen schwächelnden Kurs aufpäppeln.

Apple muss für die Schuldpapiere Zinsen berappen und das Geld nach einer vorher festgelegten Zeit zurückzahlen. Für Apple ist es günstiger, Schulden zu machen, statt auf die eigenen Reserven zurückzugreifen. Apple bot sechs Anleihetypen an, die das Unternehmen in 3 bis 30 Jahren zurückzahlen muss. Wie Bloomberg und das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Personen schrieben, hätten in den Orderbüchern Anfragen über 50 Milliarden Dollar gestanden.

(Christian Wolf)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang