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Apple macht das iPad fit für die Abwehrschlacht gegen die Konkurrenz

Apple hat mit dem iPad bislang eine sagenhafte Erfolgsgeschichte geschrieben. 170 Millionen der Tablet-Computer wurden seit 2010 verkauft. Doch bei den Stückzahlen liegt die Konkurrenz inzwischen vorn. Apple will nun mit dem neuen iPad Air und dem verbesserten iPad mini punkten.

26.10.2013, 10:01 Uhr (Quelle: DPA)
Apple© Apple

Erfunden hat Apple den Tablet-Computer nicht - aber zum Erfolg geführt. Seit der damalige Apple-Chef Steve Jobs 2010 das erste iPad präsentiert hat, hat sich die Computer-Branche komplett gewandelt. Herkömmliche Personal Computer befinden sich seitdem in einem steten Sinkflug, während die Tablets von Verkaufsrekord zu Verkaufsrekord eilen.

Android-Konkurrenz holt auf

Mit dem iPad ist Apple zwar immer noch der größte Tablet-Hersteller, doch die Konkurrenz hat mächtig aufgeholt. Rechnet man alle Modelle von unterschiedlichsten Unternehmen zusammen, die mit dem Android-System von Google oder abgezweigten Android-Varianten wie die Kindle-Tablets von Amazon laufen, hat Apple nur die zweitgrößte Plattform.

Apple-Chef Tim Cook und sein Team nutzten daher den schon fast traditionellen Event-Termin vor dem so wichtigen Weihnachtsgeschäft, um eine neue iPad-Generation vorzustellen. Das neue iPad Air hat im Vergleich zum Vorgängermodell noch einmal kräftig abgespeckt: Es wiegt jetzt knapp 500 Gramm und ist lediglich 7,5 Millimeter dick. Trotzdem soll es deutlich schneller laufen, weil im Innern wie beim iPhone 5s der neue A7-Prozessor von Apple seine Arbeit verrichtet.

Fans, die darauf gehofft hatten, dass Apple-Design-Chef Jony Ive im neuen iPad auch die neue Super-Kamera des neuen iPhones verbauen würde, wurden allerdings enttäuscht. Auch auf den Fingerabdrucksensor des 5s hat Apple beim neuen iPad verzichtet.

iPad mini mit höherer Auflösung, Mac OS X Upgrade gratis

Auch beim kleineren iPad mini legte Apple nach. Der kleine Bruder des großen iPads erhält nun auch das Retina-Display mit hoher Auflösung, bei dem der Betrachter die einzeln Pixel nicht mehr erkennen kann. Auch hier verspricht Apple höhere Leistung und längere Batterielaufzeiten - Angaben, die bis zum Marktstart im November in unabhängigen Testberichten überprüft werden müssen.

Apple verlässt sich aber nicht auf die Magie der Hardware. Für alle neuen iOS-Geräte (iPhone, iPad, iPod touch) und alle neuen Macs verschenkt der kalifornische Konzern seine Programm-Pakete iLife und iWork, mit denen die Apple-Kunden erhebliche Teile ihres digitalen Lebens bewältigen können. Außerdem schickte Apple mit einem kostenlosen Upgrade seines Mac-Betriebssystems OS X "Mavericks" kämpferische Grüße an die Microsoft-Zentrale in Redmond.

Ob die Neuheiten reichen werden, um die Spitzenposition als führender Tablet-Hersteller der Welt zu verteidigen, werden die kommenden Wochen und Monate zeigen. Ein selbstbewusster Apple-Chef Tim Cook verzichtete jedenfalls darauf, die Premium-Preise für die iPads zu senken, um damit Marktanteile zu keulen.

"Jetzt scheint jeder ein Tablet zu machen, selbst die früheren Skeptiker", erlaubte sich Cook einen Seitenhieb gegen die Konkurrenz. "Egal, was man über Aktivierungszahlen sagt, die iPads werden am meisten benutzt", bekräftigte er die Apple-Linie. Das sei wichtiger als reine Absatzzahlen. Zudem habe Apple in den vergangenen dreieinhalb Jahren 170 Millionen iPads verkauft.

Apple setzt weiter auf eine Hochpreis-Strategie

Gartner-Analystin Carolina Milanesi hält Cooks Hochpreis-Strategie für umsetzbar. Selbst die ein Jahr alte erste Generation des iPad mini werde für die Kunden angesichts des reichhaltigen App-Ökosystems interessanter sein als Konkurrenzmodelle mit besseren Displays, urteilte sie. Beim Magazin "Forbes" meinte Kommentator Mark Rogowsky hingegen, Apple agiere, als sei der Konzern allein im Tablet-Markt. Durch die hohen Preise verpasse das Unternehmen die Chance, mit seinem iPad die Computerwelt von Morgen so zu dominieren, wie es einst Microsoft und Intel in der PC-Welt gelungen war.

Die Aktie gab nach der Präsentation minimal nach - ein Zeichen dafür, dass es für die Börsianer keine Überraschungen gab. Nach jüngsten Produktvorstellungen war der Kurs zum Teil deutlich gefallen, weil die Anleger mehr Neuheiten oder niedrigere Preise erwartet hatten.

(Jörg Schamberg)

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