Apple Silicon

Apple M1: Neue Macs mit eigenem Chip vorgestellt

Apple hat gleich drei neue Macs enthüllt: Das MacBook Air, das MacBook Pro und der Mac mini sind ab sofort mit Apples eigenem M1-Chip ausgestattet. Der Konzern verspricht deutlich höhere Laufzeiten und Leistungszuwächse.

Christoph Liedtke, 11.11.2020, 10:14 Uhr (Quelle: DPA)
Apple Macs mit M1-ChipMacBook Air, MacBook Pro und der Mac mini sind die ersten Modelle mit Apples M1-Chip.© Apple Inc.

Apple bringt seine Mac-Computer in eine neue Ära: Der iPhone-Konzern hat die ersten drei Modelle mit Chips auf ARM-Basis aus eigener Entwicklung statt den üblichen Intel-Prozessoren mit x86-Architektur vorgestellt. Apple verspricht, dass die Computer dadurch deutlich schneller und auch stromsparender arbeiten würden. Mit dem Umstieg kann der Konzern zudem erstmals seine Macs auf derselben Software-Plattform wie seine iPhones und iPads betreiben.

M1-Chip mit maximal 16 GB RAM

Der hauseigene Chip hört auf den Namen "M1" und verbindet in einem System unter anderem den Prozessor (CPU) mit acht Kernen, den Grafikchip (GPU) mit sieben bis acht Kernen und den Arbeitsspeicher mit aktuell maximal 16 GB Kapazität, der nun für alle Geräte aufgelötet und somit nicht mehr nachträglich erweiterbar ist.

Apps würden viel schneller als bisher starten und auch anspruchsvolle Programme liefen flüssiger, betonte Software-Chef Craig Federighi. Wie beim iPhone soll ein spezieller Bereich zum Beispiel die Bildbearbeitung mit maschinellem Lernen verbessern. Dort sollen die Performanceunterschiede zu Intel signifikant höher sein.

MacBook Air, MacBook Pro und Mac mini mit M1 vorgestellt

Apple stattete mit dem M1-Chip unter anderen das populärste Mac-Modell aus, das MacBook Air. Es verzichtet nun komplett auf einen Lüfter und arbeitet vollständig passiv gekühlt. Dank des sparsameren Chips halte die Batterie 15 Stunden Surfen im Web und 18 Stunden Videowiedergabe stand.

Außerdem bekommen auch das leistungsstärkere MacBook Pro mit 13-Zoll-Display und der kleine stationäre Mac Mini den neuen Apple-Prozessor. Beim MacBook Pro spricht Apple von 17 Stunden Surfzeit und 20 Stunden Videowiedergabe. Beim Mac Mini und dem MacBook Pro behält Apple zunächst auch Modelle mit Intel-Chips im Angebot - das MacBook Air gibt es beim Konzern dagegen nur noch mit dem M1. Äußerlich sehen die Geräte aus wie bisher.

Im Unterschied zum MacBook Air setzen MacBook Pro und Mac mini weiterhin auf eine aktive Kühlung mit einem Lüfter. Trotz des gleichen M1-Chips dürften dadurch die Taktraten unter anhaltender Last höher ausfallen als beim MacBook Air, was letztendlich in einer höheren Performance mündet. Unabhängige Testberichte müssen allerdings noch Klarheit schaffen.

Nur Intel-Modelle mit mehr als 16 GB RAM und 10 Gbit-Ethernet

Die Intel-Varianten vom MacBook Pro und dem Mac mini sind indes aus gutem Grund weiterhin im Angebot von Apple gelistet, denn nur diese bieten vier Thunderbolt-3-Anschlüsse, mehr als 2 TB große SSDs, mehr als 16 GB RAM, 10 Gbit-Ethernet und die Möglichkeit mehr als nur maximal zwei Bildschirme anzuschließen.

Für den Großteil der Nutzer dürfte der M1-Chip in den neuen Modellen ausreichend dimensioniert sein, professionelle Anwender werden sich hingegen über die Intel-Varianten weiterhin glücklich schätzen. Spätestens für einen ARM-basierten Mac Pro muss Apple einen potenteren Chip, denkbar sind M1X oder gar M2, veröffentlichen, der nicht nur schneller, sondern auch vor allem die anspruchsvolleren Bedürfnisse ausreichend berücksichtigt.

Vollständiger Abschied von Intel bis Ende 2022

Apple bricht mit dem Umstieg aus der eingefahrenen Spur der PC-Branche aus, die bisher von Intel-Prozessoren dominiert wurde. Die M1-Chips basieren auf der Architektur des Chipdesigners ARM, mit der auch die iPhones und iPads laufen. Damit können die Entwickler auch iPhone-Apps auf die Macs bringen. Ursprünglich auf Intel-Prozessoren zugeschnittene Mac-Programme, die noch nicht für die Apple-Chips angepasst wurden, sollen unterdessen in Echtzeit "übersetzt" werden. Dabei gebe es keine Leistungseinschränkungen, betont Apple.

Der Umstieg kündigte sich bereits seit einiger Zeit an. Auf iPhone und iPad war es Apple gelungen, durch die hauseigene Chipentwicklung viel Leistung in ein kleines Format zu packen. Beim Mac musste der Konzern dagegen wiederholt auf neue Prozessoren von Intel warten. Bei der Ankündigung des Umstiegs im Juni hieß es, er solle binnen zwei Jahren alle Modelle erfassen.

Für die Macs ist das der dritte Wechsel der Chip-Plattform nach dem Übergang von Motorola zu IBMs PowerPC Anfang der 1990er Jahre und zu Intel im Jahr 2005.

Die Frage ist nun, ob Apples Beispiel in der Branche Schule machen könnte, wenn die M1-Macs ihren Nutzern einen spürbaren Vorteil gegenüber Computern anderer Hersteller mit Intel-Chips bieten können. Unter anderem Microsoft und Samsung haben bereits Laptops mit Chips auf Basis der ARM-Architektur im Angebot, sie blieben bisher aber eher Nischenmodelle.

macOS Big Sur erscheint am 12. November

Die neuen Mac sind ab dem 17. November 2020 erhältlich und lassen sich ab sofort vorbestellen. Die Modelle verfügen allesamt in der Standardausführung über 8 GB RAM und 256 GB SSD Speicher. Das MacBoook Air kostet ab 1.100,50 Euro, das mit einem leicht schnelleren Grafikchip ausgestattete MacBook Pro startet bei 1.412,45 Euro. Der kleine Desktop-Rechner Mac mini ist ab 778,85 Euro erhältlich.

Das dort zwingend notwendige Betriebssystem macOS Big Sur liefert Apple direkt auf den Maschinen mit aus. Für alle anderen Mac-Nutzer wird Apple die neue Betriebssystemsversion am 12. November 2020 veröffentlichen, die auch mit Intel-Modellen kompatibel ist.

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