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Apple kassiert Kritik wegen iPhone-Strategie

Verbraucherschützer haben den Apple-Konzern vor einer nutzerfeindlichen Verkaufsstrategie bei seinem neuen Musik-Handy iPhone gewarnt. Auch wettbewerbsrechtliche Aspekte sollen im Zweifel untersucht werden.

26.06.2007, 13:57 Uhr
Apple© Apple

Verbraucherschützer haben den Apple-Konzern vor einer nutzerfeindlichen Verkaufsstrategie bei seinem neuen Musik-Handy iPhone gewarnt. Sollte der US-Konzern das mit Spannung erwartete Gerät wie in den USA auch hierzulande von einem einzigen Mobilfunkkonzern anbieten lassen, sei das "für die Kunden sehr ärgerlich", sagte Patrick von Braunmühl vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). Es müsse überlegt werden, ob ein solches Vorgehen wettbewerbsrechtlich untersucht werden könne.
Exklusive Partnerschaften
Der US-Konzern startet sein neues Musikhandy, eine Kombination des MP3-Players iPod und eines Handys, am Freitag in den USA. Dort wird es exklusiv vom Mobilfunk-Anbieter AT&T angeboten. Auch in Europa, wo das Gerät gegen Ende des Jahres auf den Markt kommen soll, sucht Apple nach Branchenangaben einen Exklusiv-Partner für das iPhone.
Vergleich mit Microsoft
Auch die kleineren deutschen Mobilfunkfirmen kritisierten das Vorgehen scharf. "Apple spielt hier ein sehr böses Spiel auf dem Rücken der Verbraucher", sagte der Geschäftsführer des Branchenverbands VATM, Jürgen Rützner. Apple spiele die Anbieter untereinander aus. "Wenn Apple so weiter macht, werden sie in der Öffentlichkeit genauso unter Druck geraten wie vorher schon Microsoft", sagte Rützner weiter. Microsoft ist immer wieder vorgeworfen worden, dass es seine starke Stellung beim Betriebssystem Windows ausnutzt, um die Software von Konkurrenten gegenüber den eigenen Produkten zu benachteiligen.
Sollte Apple seine iPhone-Strategie auch in Europa anwenden, müssten die Interessenten des neuen Musik-Handys sich an einen Anbieter binden und dessen womöglich teurere Tarif akzeptieren. Handy-Nutzer, die bei einem anderen Anbieter unter Vertrag sind und das iPhone haben möchten, müssten damit bis zu ihrem Vertragsende warten. Laut VATM könnten sich die Verbraucher womöglich mit einzelnen Anbietern auf Abstandszahlungen einigen.

(Hayo Lücke)

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