Quartalszahlen

Apple-Geschäft boomt dank iPhone: 21,7 Milliarden Dollar Gewinn

Im vergangenen Quartal machte Apple 93 Prozent mehr Gewinn als ein Jahr zuvor. Treiber war vor allem das iPhone, aber auch Macs und iPads verkauften sich gut. Apple warnte vor Lieferengpässen, die auch das iPhone betreffen werden.

Jörg Schamberg, 28.07.2021, 10:59 Uhr (Quelle: DPA)
Apple iPhone 12 Pro (Max)Das iPhone bleibt gefragt und ist ein Treiber der Zuwächse bei Apple.© Apple Inc.

Apple hat im vergangenen Quartal so viel Geld wie früher nur im Weihnachtsgeschäft gemacht. Der Umsatz sprang im Jahresvergleich um 36 Prozent auf 81,4 Milliarden Dollar hoch. Unterm Strich blieb ein Gewinn von gut 21,7 Milliarden US-Dollar (18,4 Milliarden Euro) übrig - 93 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für das laufende Vierteljahr stellte Apple erneut zweistelliges Wachstum in Aussicht - warnte aber zugleich, dass auch das iPhone von den aktuellen Engpässen in den Tech-Lieferketten betroffen sein werde.

Umsatz mit iPhones stieg auf 39,6 Milliarden US-Dollar

Im vergangenen Quartal war es abermals das iPhone, das für den Großteil der Zuwächse sorgte. Der Umsatz im iPhone-Geschäft stieg um fast die Hälfte auf rund 39,6 Milliarden US-Dollar, wie Apple nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte. Aber auch bei Mac-Computern, iPad-Tablets und anderen Geräten gab es deutliches Wachstum.

Apples drittes Geschäftsquartal, das bis Ende Juni läuft, ist traditionell eher unaufregend, unter anderem weil viele potenzielle iPhone-Käufer ihre Blicke bereits Richtung Herbst in Erwartung neuer Modelle richten. Doch diesmal gab es außergewöhnliche drei Monate. Der Umsatz ist vergleichbar mit den Erlösen von 84 Milliarden US-Dollar im Weihnachtsquartal 2018 und der Gewinn mit den 22,2 Milliarden US-Dollar Überschuss ein Jahr später.

Der Geldregen rief sogar den Whistleblower Edward Snowden auf den Plan. "Apple hat so viel Geld, dass sie buchstäblich nicht wissen, was sie damit machen sollen", schrieb der Enthüller der ausufernden Online-Überwachung bei Twitter und rief den Konzern auf, die Mittel in radikal besseren Schutz gegen Hacker-Angriffe zu investieren.

Globale Lieferengpässe haben auch Folgen für Apple-Produkte

Der Aktienmarkt blickt allerdings nach vorn und auch nach den Zahlen hing die Frage im Raum, wie gut sich Apple gegen die globalen Lieferengpässe unter anderem bei Halbleitern stemmen kann.

Für das vergangene Quartal hatte Apple bereits um drei bis vier Milliarden US-Dollar niedrigere Erlöse durch knappe Bauteile für iPads und Macs vorhergesagt. Bei einem Teil der Probleme habe Apple gegensteuern können, so dass die Belastung am Ende geringer ausgefallen sei, sagte Finanzchef Luca Maestri. Im laufenden Vierteljahr aber werde es iPhone und iPad treffen - und der Negativeffekt werde höher sein, warnte er. Eine Zahl nannte Maestri diesmal nicht. Auch dazu, ob die Engpässe auch das Weihnachtsgeschäft belasten könnten, äußerte sich Apple-Chef Tim Cook nicht.

Zugleich schränkte er aber ein, dass es Probleme eher bei Chips mit älteren Technologien gebe und die Bauteile-Ausgaben für Apple im Schnitt zurückgingen, auch wenn es einige Ausschläge gebe. Die Kosten stiegen eher an einer anderen Stelle: "Wir zahlen für Transporte mehr als mir lieb wäre."

Apple hat Finanzreserven von 194 Milliarden US-Dollar

Über das finanzielle Polster dafür braucht sich Apple keine Sorgen machen. Der Konzern sitzt auf Reserven von 194 Milliarden US-Dollar - auch wenn ihnen Schulden von 122 Milliarden US-Dollar gegenüberstehen. Apple hatte vor der US-Steuerreform Auslandsgewinne unter anderem in Irland gehalten. Angesichts der damals höheren Steuersätze war es günstiger, für Ausschüttungen an Aktionäre Kredite aufzunehmen, statt das Geld dafür in die USA zurückzuholen. Inzwischen versteuert Apple die Auslandserträge in den USA.

17,5 Milliarden US-Dollar mit Diensten wie Apple Music oder iCloud

Das lukrative Dienste-Geschäft, in dem etwa Erlöse aus Abo-Angeboten wie Apple Music oder iCloud-Speicher zusammenfließen, wuchs in dem Ende Juni abgeschlossenen Geschäftsquartal um fast ein Drittel auf knapp 17,5 Milliarden US-Dollar. Apple hat mehr als 700 Millionen Abo-Kunden - binnen eines Jahres kamen rund 150 Millionen hinzu.

Corona-Pandemie sorgt für höhere Nachfrage nach Macs und iPads

Schon seit Beginn der Corona-Pandemie hatte das Arbeiten und Lernen von Zuhause unter anderem die Verkäufe von Macs und iPads stark steigen lassen. Dieser Trend ging jetzt weiter. Der Mac-Umsatz wuchs um 16 Prozent auf 8,2 Milliarden US-Dollar, das iPad-Geschäft legte um 12 Prozent auf fast 7,4 Milliarden US-Dollar zu. In der Sparte mit den AirPods-Ohrhörern, der Computer-Uhr Apple Watch und Zubehör stiegen die Erlöse um 36 Prozent.

Und Apple betont, dass die Geräte des Konzerns neue Kunden anlocken können. So hätten drei Viertel der Watch-Käufer ihre erste Apple-Uhr erworben. Ein Mac und iPad habe rund jeder zweite Käufer zum ersten Mal angeschafft.

Die Quartalszahlen fielen deutlich besser aus als von Analysten erwartet. Die Aktie gab im nachbörslichen Handel jedoch um rund zwei Prozent nach.

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