Verknüpfen und Tracken

Apple führt Datenschutz-Übersicht für iOS und macOS ein

Das neue Update für iPhones, iPads und Macs bringt die lang erwarteten Datenschutz-Beipackzettel. Im App Store finden sich nun Angaben, welche Daten Apps vom Nutzer sammeln und ob diese auch App-übergreifend tracken.

Christoph Liedtke, 15.12.2020, 09:38 Uhr
Apple iOS 14.3Im App Store müssen Entwickler nun aufzeigen, welche Nutzerdaten sie für welche Zwecke sammeln.© Apple Inc.

Mit der Veröffentlichung von iOS 14.3, iPadOS 14.3 und macOS Big Sur 11.1 führt Apple die Datenschutz-Beipackzettel ein: App-Anbieter müssen fortan Nutzern von iPhones, iPads und Macs künftig klarere Angaben über die Verwendung ihrer Daten machen. Unter anderem wird dabei aufgelistet, welche Informationen mit ihren Profilen verknüpft und zur Nachverfolgung verwendet werden, wie Apple am Montag mitteilte.

Dabei geht es um Daten-Kategorien wie Aufenthaltsorte, Nutzungsstatistiken, Kontaktinformationen, Suchanfragen oder die angesteuerten Webseiten.

Nutzer können Fehlverhalten melden

Wenn Entwickler falsche Angaben zur Datennutzung machen, könnte das bei der allgemeinen Überprüfung ihrer Anwendungen im App Store ans Licht kommen. Ansonsten verlässt sich Apple aber vor allem auf Meldungen der Nutzer, die ein Fehlverhalten schnell melden dürften.

Auch für Apples eigene Apps werden die Informationen angezeigt. In Fällen, in denen es sie nicht separat im App Store gibt - wie etwa bei der Chat- und SMS-App Messages - sind sie auf einer Webseite untergebracht.

Die neue Regelung sorgte bereits für Kritik von WhatsApp. Die Macher der zu Facebook gehörenden Chat-App beschwerten sich, dass die Kategorien nicht genug Nuancen hätten. So könne WhatsApp durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung keine Inhalte von Nachrichten oder den Aufenthaltsort der Nutzer sehen. "Aber wir stecken in einer Gruppe mit denen, die das können."

Facebook und TikTok besonders datenhungrig

Das neue Feature ist prominent platziert und findet sich bei der Betrachtung einzelner Apps direkt unterhalb der Nutzer-Bewertungen. Apple unterteilt den "App-Datenschutz" dabei in drei Kategorien:

  • Daten, die zum Tracking deiner Person verwendet werden
  • Mit dir verknüpfte Daten
  • Nicht mit dir verknüpfte Daten

Mit einem Klick auf den Datenschutz-Beipackzettel wird dieser noch feiner kategorisiert, sodass etwa genaue Angaben gemacht werden, ob Daten zu Werbezwecken, zur Analyse, zur Produktpersonalisierung oder zur reinen App-Funktionalität erhoben werden.

Unverhältnismäßig viele Daten sammelt Facebook mit seinen Apps zum gleichnamigen Sozialen Netzwerk, dem Instant-Messenger WhatsApp und der Foto-Plattform Instagram. Aber auch bei der Video-App TikTok, der Banking-App N26 und dem Musik-Dienst Spotify werden viele Daten verknüpft und Nutzer App-übergreifend getrackt.

iOS-Nutzer können das App-Tracking in den Einstellungen manuell deaktivieren, die Funktionalität der Apps wird dadurch nicht eingeschränkt. Die Option findet sich unter Einstellungen > Datenschutz > Tracking. Dort muss die Funktion deaktiviert sein.

Im neuen Jahr will Apple mit einem weiteren Update die Art des Trackings umstellen, zu einem sogenannten Optout-Verfahren. Nutzer werden dann gefragt, ob sie getrackt werden möchten. Aktuell ist dies standardmäßig aktiv. Die Werbebranche läuft zusammen mit Facebook Sturm gegen die Entscheidung Apples.

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