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Apple-Chef Tim Cook: Facebook ist unser Freund

Apple-Chef Tim Cook sucht den Schulterschluss mit dem weltgrößten Online-Netzwerk. Auf der jährlichen Apple-Aktionsversammlung gab Cook jedoch keine Auskunft über die Verwendung des Apple-Barvermögens von fast 100 Milliarden Dollar.

24.02.2012, 18:01 Uhr (Quelle: DPA)
Apple© Apple

Apple ist das wertvollste Unternehmen der Welt und sitzt auf einem Geldberg von fast 100 Milliarden Dollar. Die Anteilseigner hatten bisher bemerkenswert wenig davon - und wurden auf der jährlichen Aktionärsversammlung wieder auf später vertröstet.

Cook: Zusammenarbeit von Apple und Facebook

Apple-Chef Tim Cook sucht den Schulterschluss mit Facebook. Auf die Frage von Anteilseignern über das Verhältnis zum weltgrößten Online-Netzwerk sagte Cook bei der Aktionärsversammlung am späten Donnerstag, Facebook sei ein "Freund". Die beiden Firmen arbeiteten bereits zusammen, Apple-Nutzer seien sehr bei Facebook aktiv. "Ich habe immer gedacht, dass unsere beiden Unternehmen mehr zusammen machen können", wurde Cook von US-Medien wie der "New York Times" und "Forbes" zitiert.

Auf die Ankündigung einer Dividende oder eines Aktienrückkaufs warteten die Aktionäre unterdessen weiter vergeblich. Angesichts von Apples Barvermögen von fast 100 Milliarden Dollar werden die Investoren immer ungeduldiger: Apple hat seit der Rückkehr von Firmengründer Steve Jobs in den 90er Jahren keine Dividende mehr gezahlt. Cook vertröstete sie auch diesmal mit der üblichen Formulierung, man sei in "intensiven Überlegungen" wie das viele Geld am besten eingesetzt werden könne.

Apple übernimmt App-Suchmaschine

Bisher nutzte Apple die Reserven für zum Teil milliardenschwere Langzeit-Deals mit Zulieferern oder relativ kleine Zukäufe. Eine weitere Übernahme wurde kurz nach der Aktionärsversammlung bekannt: Apple bestätigte den Kauf der Firma Chomp, die eine App-Suchmaschine betreibt. Apple hat inzwischen rund 550.000 Apps in seiner iTunes-Plattform. Entsprechend groß ist die Herausforderung für die Nutzer, sich in dieser Masse zurechtzufinden.

Die jüngst wieder aufgeflammte Kritik an Arbeitsbedingungen bei chinesischen Apple-Partnern wie dem Auftragsfertiger Foxconn war bei der Versammlung im kalifornischen Cupertino kein Thema. Nur einige wenige Demonstranten auf der Straße prangerten eine "Ausbeutung" der Arbeiter an. Cook verkündete zugleich, dass Apple im vergangenen Jahr Technik im Wert von 750 Millionen Dollar an Bildungseinrichtungen gespendet hat.

Cook schweigt zu Apple TV

Ansonsten wurde kaum etwas Neues bekannt. Der Frage eines Aktionärs, ob der angesichts der hartnäckigen Spekulationen über einen kommenden Apple-Fernseher sein kürzlich gekauftes TV-Gerät wieder zurückgeben solle, wich Cook aus. Auch der Vorschlag eines jungen Mannes, mit dem Milliarden-Vermögen das von einer Staatspleite bedrohte Griechenland zu kaufen, dürfte nicht wirklich ernst gemeint gewesen sein.

Am Freitag, einen Tag nach dem Aktionärstreffen, wäre der im Oktober verstorbene Steve Jobs 57 Jahre alt geworden. "Es vergeht kein Tag, an dem ich ihn nicht vermisse", sagte der sonst eher wenig emotional wirkende Cook.

(Jörg Schamberg)

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