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Apple-Chef Steve Jobs lässt sich feiern: "I feel good"

Neue Software und der Ausbau der Cloud für die persönlichen Daten im Netz - Apple tut alles, um das Fundament für seine beispiellosen Erfolge zu festigen. Vor allem aber erwartete die Gemeinde der Mac- und iPhone-Entwickler das Comeback von Vorstandschef Steve Jobs.

06.06.2011, 21:20 Uhr (Quelle: DPA)
Apple© Apple

Einige haben ihn schon für sterbenskrank erklärt. Aber am Montag steht Apple-Chef Steve Jobs auf der Bühne in San Francisco und freut sich am Jubel von mehr als 5000 Entwicklern. Unmittelbar vor seinem Auftritt spielten die Lautsprecher den Pop-Song von James Brown: "I feel good" (Mir geht's gut).

Apple setzt auf die Cloud

Die Zeichen der Krankheit sind zunächst nicht zu übersehen. Nach wenigen Minuten übergibt Jobs die Vorstellung der Neuheiten beim Mac-Betriebssystems OS X "Lion" an Marketing-Chef Phil Schiller. Danach aber kommt er wieder zurück, um die neue Cloud-Strategie von Apple vorzustellen. "Der PC war einmal das Zentrum", sagte Jobs. "Dieses Modell ist Vergangenheit."

Die Cloud sei mehr als eine Festplatte in den Wolken, diene vielmehr für Austausch und Synchronisierung von Daten. Der künftig kostenlose Online-Dienst, der das alte MobileMe ablöst, soll jetzt auch zum Speichern von Dokumenten aller Art dienen. Und "iCloud" speichert auch die Songs, die bislang auf der Festplatte des Kunden liegen.

Positive Reaktionen

Anders als bei früheren Entwicklerkonferenzen hatte Apple die wichtigsten Themen diesmal schon vorab mitgeteilt und die Öffentlichkeit entsprechend eingestimmt. "Lion sieht sehr gut aus", twitterte der Gartner-Experte Michael Gartenberg in einer ersten Reaktion. "Da steckt viel an Evolution und Revolution drin. Apple hebt wieder einmal die Schwelle für Betriebssysteme an."

Der Tablet-Computer iPad dient nun auch dem Mac als Vorbild: Dazu gehören die Steuerung mit zwei Fingern auf Touchpad-Eingabegeräten, die Vollbilddarstellung von Programmen oder das automatische Speichern von Daten. Wenn es nach Apple geht, hat der USB-Stick ebenso ausgedient wie einst die gute alte Diskette - der Austausch von Daten soll künftig drahtlos über WLAN erfolgen. Auch bei der Synchronisierung der mobilen Geräte mit der iTunes-Software soll das Kabel der Vergangenheit angehören.

Jobs gibt immer noch den Takt an bei Apple. Der Manager hat das Unternehmen mit dem angebissenen Apfel im Logo nach einer schweren Krise in den 90er Jahren wieder auf die Erfolgsbahn gebracht. Bei kaum einer Firma wird das Wohlergehen so sehr mit einer einzelnen Person in Verbindung gebracht wie bei Apple. Diesmal waren die Erwartungen an den Auftritt von Steve Jobs besonders hoch. Drei Monate lang musste der Apple-Chef aus Gesundheitsgründen pausieren, Einzelheiten kennt die Öffentlichkeit nicht. Aber die "Keynote" der Entwicklerkonferenz ließ sich Jobs nicht nehmen.

Jobs - Der Popstar der Tech-Szene

Selbstironisch ging er auf bisherige Schwächen ein und versetzte sich in die Lage seines Publikums: "Warum sollten wir ihnen glauben, das sind doch die, die uns MobileMe gebracht haben!" Dieser Internet-Dienst von Apple ist verglichen mit anderen Angeboten bislang wenig beliebt gewesen. Jetzt soll es MobileMe als "iCloud" kostenlos geben und einen ähnlich großen Funktionsumfang bekommen wie die Web-Anwendungen von Google. Die Menge johlte und feierte Jobs wie einen Popstar.

(Hayo Lücke)

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