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Apple-Chef Steve Jobs doch ernsthaft(er) erkrankt

Der 53-Jährige nimmt zur Behandlung eine mehrmonatige Auszeit von der Konzernspitze des Computerbauers. Er werde bis Ende Juni nicht im Amt sein.

15.01.2009, 00:02 Uhr (Quelle: DPA)
Apple© Apple

Apple-Chef Steve Jobs ist ernsthafter krank als bisher bekannt: Der 53-Jährige nimmt zur Behandlung eine mehrmonatige Auszeit von der Konzernspitze des Computerbauers. Er werde bis Ende Juni nicht im Amt sein, gab Jobs am Mittwoch überraschend in einer E-Mail an die Mitarbeiter bekannt. Seine Aufgaben übernehme solange der für das laufende Geschäft verantwortliche Top-Manager (Chief Operating Officer) Tim Cook. Neben Cook dürften auch der Marketing-Chef Phil Schiller sowie der für die Produktion zuständige Jonathan Ive in den kommenden Monaten die von Jobs hinterlassene Lücke ausfüllen.
Aktienkurs bricht ein
Seine gesundheitlichen Probleme seien "komplexer als ursprünglich gedacht", schrieb Jobs in der von Apple nach US-Börsenschluss veröffentlichten Mitteilung. Die Apple-Aktie fiel nachbörslich in einer ersten Reaktion um mehr als zehn Prozent. Jobs gilt wie kaum ein anderer US-Manager als Motor und Garant des Erfolgs seines Konzerns. Apples Siegeszug in den vergangenen Jahren mit Produkten wie dem Musikplayer iPod und dem iPhone-Handy wird zu einem Großteil Jobs zugeschrieben.
Erst in der vergangenen Woche war Jobs in einem offenen Brief Gerüchten über schwere gesundheitliche Probleme entgegengetreten. Sein deutlicher Gewichtsverlust in den vergangenen Monaten gehe auf eine Hormonstörung zurück, die sich relativ einfach behandeln lasse, sagte der Apple-Mitgründer damals.
Vor gut vier Jahren war der Manager an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt, hatte sich danach aber wieder vollständig erholen können. Die nun angekündigte Auszeit heizte umgehend Spekulationen über eine neue ernsthafte Krankheit an.
Weiter mit Apple verbunden
Jobs will nach eigenen Angaben während seiner medizinischen Behandlung in den nächsten Monaten in wesentliche strategische Fragen des Unternehmen eingebunden bleiben. Der Verwaltungsrat des Konzerns unterstütze dies uneingeschränkt.
Jobs schrieb, das öffentliche Interesse an seinem Gesundheitszustand sei nicht nur für ihn und seine Familie, sondern für Apple insgesamt belastend. Details zu seiner Erkrankung gab er nicht bekannt.
Update vom 15. Januar 2009: Vermutlich keine neue Krebserkrankung
Das "Wall Street Journal" berichtete am Donnerstag unter Berufung auf informierte Personen, Jobs habe keinen Krebs. Die Behandlung der hormonellen Störung nehme nur mehr Zeit als gedacht in Anspruch. Nach bisherigen Informationen ist das Problem, dass Jobs' Körper schlechter Proteine aufnehmen kann und er dadurch an Gewicht verliert.

(Hayo Lücke)

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