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Apple-Chef Jobs in Aktienbetrugs-Affäre belastet

In der Affäre um Aktienbetrug beim US-Computerbauer Apple ist Konzernchef Steve Jobs von einem ehemaligen Top-Manager belastet worden.

25.04.2007, 14:31 Uhr
Apple© Apple

In der Affäre um Aktienbetrug beim US-Computerbauer Apple ist Konzernchef Steve Jobs von einem ehemaligen Top-Manager belastet worden. Jobs stehe hinter den Machenschaften, die dem Chef und mehreren seiner Manager hohe Gewinne bescherten, erklärte der Anwalt von Ex-Apple-Finanzvorstand Fred Anderson am Dienstagabend. Die US-Börsenaufsicht SEC hatte Anderson kurz zuvor zusammen mit Ex-Chefjustiziarin Nancy Heinen als Urheber der Betrügereien beschuldigt. Die Ermittler sprachen Jobs selbst dagegen von jeder Verantwortung frei. In der Affäre geht es um die Vordatierung von Aktienoptionen, ein unerlaubter Kniff, der Managern hohe Summen beschert.
Umdatierung genehmigt
Jobs habe Ex-Finanzvorstand Anderson gesagt, die Unternehmensspitze habe die Umdatierung von Aktien genehmigt, erklärte Andersons Anwalt. Anderson habe diesen Erklärungen geglaubt und sei sich sicher gewesen, dass sein Verhalten korrekt sei, hieß es weiter. Die Börsenaufsicht hatte Jobs bereits früher von jeder Mitschuld freigesprochen und die Ermittlungen auf die beiden nun Beschuldigten konzentriert. Ein Apple-Sprecher wollte die Vorwürfe gegen Jobs nicht direkt kommentieren. Die Börsenaufsicht habe weder Jobs noch andere derzeitige Mitarbeiter des Unternehmens belangt, hieß es.
Wer wusste was
Die Ermittler beschuldigten Ex-Chefjustiziarin Heinen nun offiziell, die Rückdatierung der Optionen betrieben zu haben. Anderson wird vorgeworfen, dieses Vorgehen nicht ausreichend kontrolliert zu haben. Apple hatte schon im vergangenen Jahr Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Aktienoptionen von 1997 bis 2002 eingeräumt und eine Korrektur seiner Bilanz angekündigt. Jobs entschuldigte sich damals öffentlich. Dabei sagte er, von der Rückdatierung informiert gewesen zu sein, selbst aber nicht davon profitiert zu haben.
Apple ist eines von insgesamt 160 Unternehmen in den USA, die von dem Skandal um die Manipulation von Aktienoptionen betroffen sind. Dabei geht es um die Rückdatierung dieser Optionen auf ein Datum, bei dem die Aktie ein Kurstief erreichte. Optionen geben dem Inhaber das Recht, eine Aktie in der Zukunft zu einem vorher vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Die Rückdatierung kann die Rendite beträchtlich steigern. Bei Jobs wäre eine Verwicklung besonders pikant, weil sich der Apple-Chef rühmt, für nur einen Dollar im Jahr zu arbeiten und sein Vermögen ansonsten an den Apple-Aktienkurs knüpft.

(Aleksandra Leon)

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