Nach Eklat

Apple: Batteriewechsel bei iPhones wird erheblich günstiger

Nach der Kontroverse über gedrosselte iPhones bei Nutzung abgenutzter Batterien, senkt Apple nun den Preis für den Akkutausch drastisch. Zudem soll Anfang 2018 ein iOS-Update mehr Details zum Batterie-Status liefern.

Apple iPhone SE© Apple Inc.

Cupertino - Apple-Kunden mit zu langsamen älteren iPhones kommen bald günstiger an neue Akkus, die das Problem lösen könnten. Nach der Aufregung um die gedrosselte Leistung von iPhones mit abgenutzten Akkus entschuldigte sich Apple bei den Nutzern und senkt den Preis für den Akkuwechsel. Zugleich versicherte der Konzern, dass er "niemals" das Erlebnis der Nutzer absichtlich verschlechtern würde, um neue Geräte zu verkaufen.

iPhone-Akkuwechsel für 29 statt 89 Euro

In den USA werde ein nötiger Akkuwechsel außerhalb der Garantiezeit beim iPhone 6 und späteren Modellen bis Ende kommenden Jahres 29 statt 79 Dollar kosten, kündigte Apple am Donnerstag an. Neue Batterien für schwächelnde iPhones älterer Baureihen gibt es hierzulande bald für 29 statt 89 Euro. Ab Ende Januar können Nutzer eines iPhone 6, 6S, SE, oder iPhones der 7er-Reihe nach Unternehmensangaben auch außerhalb der Garantiezeit verbrauchte Akkus zum reduzierten Preis in Apples Ladengeschäften und bei Servicepartnern austauschen lassen.

Die Kontroverse war aufgeflammt, nachdem Messwerte gezeigt hatten, dass bei iPhones mit alter Batterie die Spitzenleistung des Prozessors gedrosselt war, während sie nach einem Akkuwechsel auf normales Niveau zurückkehrte.

Regelung des Spitzen-Stromverbrauchs bei abgenutzten Batterien

Apple bestritt die Messergebnisse nicht und verwies auf Maßnahmen zur Regelung des Spitzen-Stromverbrauchs bei abgenutzten Akkus. Die Spitzen-Strombelastung werde bei Bedarf "geglättet", teilte der Konzern vergangene Woche mit. Ziel sei, eine unerwartete Abschaltung zu verhindern, wenn die Akkus nicht die geforderte Strommenge abgeben könnten. Die Funktion greife nur bei Kälte, niedriger Batterieladung oder abgenutzten Batterien ein. Die Maßnahme wurde im Februar mit einem Software-Update für die iPhone-Modelle 6, 6s und SE eingeführt und im Herbst auch auf das iPhone 7 ausgeweitet. Eine sichtbare Folge für die Nutzer könne sein, dass Apps langsamer starteten oder das Scrollen ruckeliger werde, erklärte Apple.

Klagen gegen Apple eingereicht

In den vergangenen Tagen wurden mehrere Verbraucherklagen gegen den Konzern vor allem in den USA eingereicht. Die Kläger argumentieren, dass ein Akkuwechsel viel günstiger sei als der Kauf eines neuen Geräts. Apple habe jedoch die Kunden nicht auf diesen Weg hingewiesen, ihr iPhone schneller zu machen.

iOS-Update soll besser über Akku-Status informieren

Apple kündigte nun an, als weitere Maßnahme solle es Anfang kommenden Jahres ein Update des Mobil-Betriebssystems iOS geben, das Nutzern mehr Informationen über den Zustand ihres iPhone-Akkus geben werde.

"Wir haben nie irgendetwas unternommen, was künstlich die Lebensdauer von irgendeinem Apple-Produkt verkürzt oder das Nutzererlebnis verschlechtert, um Upgrades anzukurbeln - und würden dies auch niemals tun", betonte der Konzern. Apple gehe es darum, Geräte länger nutzbar zu machen. Akkus alterten grundsätzlich, und bestimmte Umstände wie eine heiße Umgebung könnten diesen Prozess noch beschleunigen.

In diesem Herbst hätten Beschwerden über langsamer werdende iPhones zugenommen, erklärte Apple. Der Konzern habe dies zunächst aus Erfahrung auf die Installation einer neuen Version des iOS-Systems sowie darin enthaltene Fehler zurückgeführt. Jetzt glaube Apple, dass dazu auch die chemische Alterung der Akkus in älteren Geräten der Modelle 6 und 6s beigetragen habe.

Jörg Schamberg / Quelle: DPA

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