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App der Woche: "HandyTicket Deutschland" - Fahrkarten per Smartphone kaufen

Die "HandyTicket Deutschland"-App erlaubt den mobilen Fahrkartenkauf für 19 Verkehrsverbünde. Diverse Tickets stehen zur Wahl, die digitale Fahrkarte präsentiert sich als QR-Code. Schattenseite der kostenlos für iOS und Android erhältlichen App: Hin und wieder treten technische Probleme auf.

29.11.2013, 18:19 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Komplizierte oder defekte Fahrkartenautomaten oder aber nicht das passende Kleingeld zur Hand: Wer regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus, Bahn oder Straßenbahn unterwegs ist, trifft an den Ticketautomaten häufiger auf fluchende oder überforderte Reisende. Dabei geht es inzwischen schon viel komfortabler: Per entsprechender App auf dem Smartphone lässt sich das Ticket mobil buchen und bezahlen. Für iOS im Apple App Store und für Android im Google Play Store ist beispielsweise schon länger die kostenlose App HandyTicket Deutschland erhältlich, die wir an dieser Stelle vorstellen möchten.

App in 19 Verkehrsverbünden gültig

Die App, die vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) koordiniert und von der Hamburger HanseCom GmbH realisiert wird, läuft nach einem mehrjährigen Pilotprojekt bereits seit 2010 im Regelbetrieb. Das Handyticket gilt derzeit bei 25 Nahverkehrsanbietern in 19 Verkehrsverbünden in Deutschland. Nutzen lässt sich das Handy-Ticket in folgenden Regionen:

Aachen (AVV), Augsburg (AVV), Bielefeld (moBiel), Chemnitz/Mittelsachsen (VMS), Dresden (Oberelbe), Freiburg (RVF), Hamburg (HVV), Hegau-Bodensee/LK Konstanz, Köln/Rhein-Sieg (VRS), Mittelthüringen (VMT), Münster (Stadtwerke Münster), Nürnberg (VGN), Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON), Pforzheim (VPE), Rhein-Ruhr (VRR), Stuttgart (VVS), Südbaden (fanta5), Ulm/Neu-Ulm (DING) und Vogtland (VVV).

Mindestvoraussetzung für die HandyTicket Deutschland-App ist Android ab Version 2.1., die Apple-Variante erfordert iOS ab Version 4.3. Derzeit liegt die Anwendung in der Version 1.2.2 vor. Vor der ersten Nutzung ist eine einmalige Registrierung im Internet direkt bei den teilnehmenden Verkehrsverbünden erforderlich. Angegeben werden muss unter anderem die Mobilfunk-Rufnummer, ein Kontrollmedium wie Deutscher Personalausweis, Reisepass oder Kreditkarte sowie das gewünschte Bezahlverfahren. Die Bezahlung der Tickets ist wahlweise per Kreditkarte, Lastschrift oder per Prepaid-Konto möglich. Nach Installation und Aufruf der App erfolgt das Login mit Handyrufnummer und mit der bei der Anmeldung per SMS erhaltenen HandyTicket-PIN.

Zahlreiche Ticketvarianten zur Auswahl - Verbindungsprobleme beim Ticketkauf

Direkt auf der Startseite stehen alle wichtigen Funktionen wie Ticketkauf, Favoriten, Überblick über gekaufte Tickets, Verbindungs- und Preisauskunft, Regionsauswahl und Einstellungen zur Verfügung. Nach Auswahl der Region, für die ein Ticket erworben werden soll, lassen sich die für den jeweiligen Verkehrsverbund gültigen Tarife auswählen. Angeboten werden Einzel-Tickets und Mehrfahrten-Fahrkarten sowie Tagestickets, Minigruppen-Tickets, Bundeslandspezifische Angebote wie das NRW-Ticket oder auch Fahrkarten zur Mitnahme von Fahrrädern. Manche an Fahrkartenautomaten erhältliche Tickets sind teils nicht verfügbar oder wurden erst per Update nachträglich eingepflegt. Bei Bedarf lässt sich die Tarifstufe für die gewünschte Fahrstrecke durch Angaben von Start und Ziel ermitteln. Durch Klick auf die Schaltfläche "Kaufen" und nach Bestätigung mit der HandyTicket-PIN ist der Ticketkauf in der Regel erfolgreich abgeschlossen. Optional kann sich der Nutzer das Ticket als SMS zusenden lassen.

Leider kommt es hin und wieder während des Kaufprozesses, bei dem eine Verbindung zum "HandyTicket"-Server aufgenommen wird, zu Verbindungsproblemen. Dann muss die Auswahl einer Fahrkarte erneut vorgenommen werden. Häufig verwendete Tickets lassen sich aber als Favoriten speichern und somit schnell aufrufen. Komfort bieten soll auch eine Verbindungs- und Preisstufenauskunft. Direkt über die Ergebnisliste ist dann ebenfalls ein Ticketkauf möglich. Das erworbene Ticket wird innerhalb der App im Bereich "Gekaufte Tickets" archiviert. Bei der Ticketkontrolle durch den Zugbegleiter während der Fahrt muss lediglich das digitale Ticket der App vorgezeigt werden. Damit der App-Nutzer nicht als Schwarzfahrer eingestuft wird, sollte der Smartphone-Akku geladen sein. Dank QR-Code kann der Kontrolleur das Ticket idealerweise auslesen und die Gültigkeit überprüfen. Oberhalb des QR-Codes sind alle wichtigen Daten aber noch einmal lesbar zusammengefasst, darunter auch das jeweilige Tagespasswort für die Tickets.

Mein Fazit: Nützliche App mit Licht- und Schattenseiten

Im Google Play Store kommt die App nur auf eine Bewertung von 2,9 von 5 Sternen, zahlreiche Nutzer reklamieren häufige Verbindungsstörungen, etliche Nutzer berichten zudem über Probleme nach dem letzten Update. Verbesserungsbedarf gibt es sicherlich an der einen oder anderen Stelle, die "HandyTicket Deutschland"-App, die ich seit über einem Jahr nutze, hat sich für mich in der Praxis jedoch vielfach als nützlich erwiesen. Tickets ließen sich meist schnell und problemlos kaufen. Immer wieder, wie aktuell beispielsweise am kommenden Wochenende (30. November/ 1. Dezember) werden in einigen Regionen zudem Sparaktionen angeboten, die elektronischen Tickets gibt es dann zum halben Preis. Neben dieser App werden Handy-Tickets auch von anderen Anbietern angeboten. Das Handy-Ticket der Deutschen Bahn gilt nun auch für Auslandsfahrten.

Im Rahmen unserer neuen Serie "App der Woche" stellt unsere Redaktion Woche für Woche eine neue Smartphone- oder Tablet-Applikation vor, die ihren Nutzen im Alltag bewiesen hat oder einfach nur Spaß macht.

(Jörg Schamberg)

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