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AOL verwarnt Raubkopierer bei Verstoß gegen Regeln

23.05.2003, 15:29 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Das Internet gilt für viele als straffreier Raum, in dem die Rechtsgrundlage für Raubkopien (sogenannte Warez) von MP3s, Filmen und Software noch lange nicht gesichert ist, geschweige denn wirklich existiert. Doch seitdem die Abmahnungen von T-Online bekannt geworden sind, ist das mehr oder weniger illegale Herunterladen der Dateien über das Internet für die Nutzer nicht mehr so sicher wie zuvor, gleich ob FTP-Server oder Tauschbörse.
AOL schließt sich diesem Verfahren bei Urheberrechtsverletzungen nun anscheinend ebenfalls an. Zwar nicht so förmlich, wie T-Online dies tut, sondern schlicht per E-Mail - und vor allem nicht dermaßen einschüchternd:

"Sehr geehrtes AOL Mitglied,
wir wurden von [Unternehmen] über eine Urheberrechtsverletzung des AOL Namens [...] informiert.
Da es sich hierbei um einen Verstoß gegen die AOL Nutzungsbedingungen/Mitgliedschaftsregeln handelt, wurde Ihrer Mitgliedschaft ein entsprechender Vermerk hinzugefügt. Da jeder weitere Verstoß zu einer Kündigung Ihrer Mitgliedschaft durch AOL führen kann, weisen wir Sie hiermit auf die AOL Nutzungsbedingungen/Mitgliedschaftregeln hin, die Sie online unter den AOL Stichwörtern (STRG+K) NUB beziehungsweise MITGLIEDSCHAFTSREGELN finden."

Kein Fake!
Eine Fälschung ist die Mail von AOL nicht. Onlinekosten.de hat mit Jens Nordlohne, Pressesprecher von AOL Deutschland, gesprochen, der uns bestätigte, dass die E-Mail von AOL stammt. Dabei handele es sich um eine relativ formlose E-Mail, die bei aller Art von Zuwiderhandlung gegen die Mitgliedschaftsregeln von AOL verwendet werde, demnach nicht nur bei Urheberrechtsverletzungen. AOL werde - wie T-Online - nur dann aktiv, wenn ein Mitglied gegen die Nutzungsbedingungen des Anbieters verstößt und von einem Unternehmen, das durch die Verbreitung von Raubkopien Schaden erleidet, auf den Verstoß aufmerksam gemacht wird.
AOL wird nur auf Hinweis aktiv
Jens Nordlohne stellte überdies klar, dass AOL nur dann aktiv werde, wenn ein Mitglied nachweislich gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen habe. AOL selbst beschäftigt infolgedessen keine Angestellten, die den ganzen Tag gezielt nach Raubkopierern suchen und ergreift auch nicht selbst die Initative. Lediglich auf Hinweis und Verdacht eines Unternehmens schreite AOL ein.
Woher wissen die Firmen nun, wer hinter einem Nutzer einer Tauschbörse steckt? Die einleuchtendste Erklärung ist das Auslesen der IP-Adressen. Den Rest überprüft dann wohl AOL. Nordlohne betonte in diesem Zusammenhang ausdrücklich, dass keine privaten Daten an die Unternehmen weitergegeben und keine weiteren Schritte eingeleitet werden. Man will dem Mitglied also lediglich einen ernstgemeinten Rat geben. Die Verwarnung ergibt sich nicht aus rechtlichen Maßnahmen, sondern bezieht sich allein auf die Nutzungsbedingungen des Providers.

(Tobias Capangil)

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