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Ansturm auf Windows 7 für 50 Euro

Heute startet die Vorverkaufsaktion für das Microsoft Betriebssystem zum Sonderpreis. Der Ansturm ist groß – online wie offline. Update: Bei Amazon waren die Lizenzen nach neun Minuten ausverkauft.

15.07.2009, 10:46 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Wenn ein vollständiges Microsoft Betriebssystem in der Originalverpackung bei einem Händler für 49,99 Euro lockt, muss es sich normalerweise um einen Fehler handeln. Am heutigen Mittwoch nicht, denn da hat Microsoft offiziell die Vorverkaufsaktion für Windows 7 gestartet. Offenbar mit großem Erfolg – nicht nur im Internet. Bei Amazon war der Sonderpreis für das neue OS schnell vergriffen und der Bestellprozess ähnelte dem einer schwedischen Modekette, wenn ein berühmter Designer sein Logo auf ein paar Günstig-Teile setzt.
Begrenzte Stückzahl
Windows 7 erscheint zwar offiziell erst am 22. Oktober, kann aber seit dem 15. Juli vorbestellt werden. Die Windows 7 Home Premium Version ist dabei zum Vorzugspreis von 49,99 Euro erhältlich - aber nur in begrenzter Stückzahl. Dies bekamen einige interessierte Internetnutzer heute Morgen schon zu spüren: Windows 7 zum Schnäppchenpreis war ruck zuck ausverkauft. Microsoft ließ zwar offen, wo genau die Lizenzen für knapp 50 Euro zu haben sein sollten, schnell sprach sich aber herum, dass zum Beispiel Amazon mit von der Partie ist.
Ansturm auf Amazon
Der Online-Händler hat hierzu eine eigene Windows 7 Seite geschaltet, die bis zum Morgen des 15. Juli mitteilte, dass Windows 7 ab etwa 9 Uhr erhältlich sei. Um kurz nach 9 fand sich das Objekt der Begierde auch an entsprechender Stelle und ließ sich in den Warenkorb legen. Die anfängliche Freude wich jedoch schnell der Ernüchterung: der Bestellvorgang ließ sich nicht fortsetzen. Stattdessen folgten Fehlermeldungen des Servers und ein langsamer Seitenaufbau. Wer nach einigem Vor und Zurück doch noch zur Seite der Bestellung gelangte, musste wieder mit einer Fehlermeldung leben. Bis Windows 7 schließlich als ausverkauft angezeigt wurde.
Auch andere Shops boten die Lizenzen zum Sonderpreis, zum Beispiel notebooksbilliger.de. Doch auch dort zeigte sich nach kurzer Zeit der Ausverkauf und mittlerweile ist Windows 7 Home Premium nur noch für 119,90 Euro vorbestellbar.
Update vom 15. Juli: Stellungnahme von Amazon
Wie Amazon unserer Redaktion mittlerweile mitteilte, war die von Microsoft zur Verfügung gestellte Menge schon nach neun Minuten ausverkauft. Wie viele Lizenzen es genau gab, ist nicht bekannt. Amazon kommentierte: "Wir verstehen den Ärger unserer Kunden, die das Produkt nicht vorbestellen konnten – unser Ziel ist es, allen Kunden von ihnen gewünschte Produkte in ausreichender Menge zugänglich zu machen. Allerdings können wir leider nur die uns vom Hersteller zur Verfügung gestellte Menge anbieten." Die Probleme während der Bestellung will der Online-Händler nun prüfen. "Selbstverständlich wollen wir für unsere Kunden auch bei sehr hohem Bestellaufkommen jederzeit einen reibungslosen Bestellablauf gewährleisten", hieß es von Amazon.
Enttäuschte Kunden
Dass Microsoft die Zahl der verfügbaren Lizenzen offenbar stark begrenzt hat und die Online-Händler den Kundenwünschen demnach schnell nicht mehr nachkamen, führt bei den Interessenten zu großer Enttäuschung. Der Bewertungsdurchschnitt von Windows 7 bei Amazon liegt aktuell bei 1,5 Sternen. Hintergrund sind zahlreiche Beschwerden von potentiellen Bestellern, die als Bewertung mit nur einem Stern eingingen und den Ablauf als "unverschämt" beschreiben. Offenbar wurden jedoch bereits Bewertungen entfernt: Von den teils weit über 100 Einträgen sind aktuell nur noch 42 übrig.
Run auf den Einzelhandel
Auch im Einzelhandel, wie bei MediaMarkt, Saturn oder Conrad, scheint es einen ähnlichen Ansturm auf die Lizenzen zu geben. Der MediaMarkt in Köln teilte auf Anfrage mit, dass aktuell noch 50 bis 60 Exemplare vorhanden seien, die Nachfrage aber sehr groß ist.

(Saskia Brintrup)

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