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Anstieg der online verabredeten Suizide in Japan

In Japan ist die Zahl der online verabredeten Selbstmorde sprunghaft gestiegen. 91 Menschen sollen sich vergangenes Jahr so das Leben genommen haben.

11.02.2006, 09:58 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

In Japan ist die Zahl der im Internet verabredeten Selbstmorde im vergangenen Jahr sprunghaft gestiegen. 91 Menschen hätten sich nach Onlineabsprachen das Leben genommen, teilte die Polizei mit. Damit sei die Zahl solcher Selbstmorde im Vergleich zum Vorjahr um 65 Prozent gestiegen. 2004 habe die Zahl der verabredeten Selbstmorde noch bei 55 gelegen, 2003 bei 34.
Gruppenticket in den Tod
Zuletzt seien im vergangenen Dezember drei Männer und eine Frau in einem Auto tot aufgefunden worden, die sich vermutlich im Internet zum Selbstmord durch Kohlenmonoxidvergiftung verabredet hatten, teilte die Polizei weiter mit. Die japanischen Behörden versuchten, das Phänomen in den Griff zu kriegen. So richtete Japan im Oktober ein Alarmsystem ein, bei dem Internetnutzer sich an die Polizei wenden können, wenn sie im Internet auf Ankündigungen oder Aufrufe zu Selbstmorden stoßen.
Höchste Rate Lebensmüder
Zwischen Oktober und Dezember ging die Zahl der Selbstmorde im Vergleich zum Vorjahresquartal immerhin zurück. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Japan mit gut 24 Selbstmorden pro 100.000 Menschen im Jahr die höchste Selbstmordrate eines Industrielandes.

(Aleksandra Leon)

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