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Angetestet: ICQ 6 ab sofort verfügbar

Ab sofort steht der bekannte Instant Messenger ICQ in der Final Version 6.0 zur Verfügung. Eine veränderte Oberfläche und einige neue Funktionen runden das Programm ab.

18.04.2007, 16:29 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Mehrere Monate wurde an der neuen Version des Messenger-Tools gefeilt, ab sofort steht die Final Version von ICQ 6 offiziell zum Download bereit. ICQ ist mit der neuen Version nun auch kompatibel zum neuen Windows-Betriebssystem Vista. ICQ 6 wartet mit einer neuen Oberfläche und einigen neuen Funktionen auf. Wir haben die jüngste Version des Messenger-Tools angetestet und stellen die wichtigsten Funktionen vor.
"Custom"-Installation
Bei der Installation des momentan nur in Englisch verfügbaren Clients kann zwischen einer Komplett- und Teil-Installation gewählt werden. Informationen, wann es eine deutschsprachige Version geben wird, liegen bisher noch nicht vor. Um die ICQ-Homepage nicht als Startseite im Browser und die ICQ-Suche als primäre Suchmaschine ins System einzubinden, ist eine "Custom"-Installation sinnvoll.
Zum Abschluss überraschen die ICQ-Programmierer mit einer philosophischen Frage, deren Antwort letztlich aber keinen (erkennbaren) Einfluss auf die Installation hat: "Was war zuerst da, die Henne oder das Ei?"
Erst, wenn der ICQ-Nutzer sich für eine Antwort auf diese schon Generationen bewegende Frage entschieden hat, ist der Start von ICQ 6 möglich.
"Aufgeräumtes" Dialogfenster
Bei der farblichen Gestaltung haben sich die Programmierer für ein deutlich dezenteres Grün entschieden als bislang von ICQ gewohnt. Die eingetragenen Kontakte werden in die verschiedenen Gruppen "General", "Family", "Co-Workers", "AOL Freunde" und "Friends" sortiert. Weiterhin ist es möglich, diese Gruppen zu löschen und durch andere Gruppen zu ersetzen. Nicht möglich ist es, die Gruppen innerhalb des ICQ-Hauptfensters nach den eigenen Wünschen zu sortieren.
Sobald ein Mitglied aus der Kontaktliste ICQ startet, wird der Nutzer darüber mit einem Bild des jeweiligen Kontaktes informiert. Auf Wunsch erscheint auch eine Nachricht, wenn der Kontakt wieder offline geht. Da ein ständiges Aufblinken von On- und Offline-Benachrichtungen aber schnell recht nervtötend sein kann, lassen sich diese visuellen Nachrichten auch komplett deaktivieren. Wird ein Name in der Kontaktliste angeklickt und damit eine Unterhaltung begonnen, werden im Nachrichtenfenster weitere Symbole für den (kostenpflichtigen) SMS-Versand, VoIP-Telefonate oder den Versnad von Dateien sichtbar. Das Gesprächsfenster wirkt im Vergleich zu den Vorgängerversionen wesentlich "aufgeräumter" und übersichtlicher.
Neu: Tabbed-Funktion
Ganz neu ist die Möglichkeit, mehrere Nachrichtenfenster in einem Fenster zusammenzufassen. In dem geöffneten Fenster kann dann bequem von einem Gespräch zum anderen gewechselt werden. Diese Tabbed-Funktion ist zum Beispiel auch von neuen Internet-Browsern bekannt, bei denen sich mehrere Internetseiten in einem Fenster öffnen lassen. Gezwungen wird aber niemand diese Tabbed-Funktion zu nutzen. Über die Optionen kann auch zum klassischen Mehr-Fenster-Prinzip gewechselt werden.
Praktisch und ebenfalls neu: Wer nur zwei, drei Worte an einen Freund schicken möchte, kann mit nur einem Klick direkt aus der Kontaktliste so genannte "Quick TM"-Messages versenden. Eingehende Nachrichten werden nicht mehr über einen blinkenden Briefumschlag symbolisiert, sondern über einen über die ICQ-Blume fortlaufend rotierenden Umschlag.
Bei jedem Status-Wechsel, beispielsweise auf "Beschäftigt" (Occupied), "Abwesend" (Away) oder "Nicht verfügbar" (N/A), kann zusätzlich eine individuelle Text-Botschaft im "Status Note Editor" verfasst oder aus den vorgegebenen Nachrichten ausgewählt werden. Aber: ICQ 6 bietet im Vergleich zum Vorgänger eine deutlich geringere Anzahl an Auswahlmöglichkeiten verschiedener Status. Das liegt daran, dass die ICQ-Xtraz, die zum Beispiel bei ICQ 5.1 auch verschiedene Spiele beinhalten, derzeit noch nicht aufgerufen werden können.
Fest in das Programm installiert wurde wieder die History-Funktion, die sämmtliche Gespräche und Authorisations-Anfragen anderer ICQ-Nutzer protokolliert. Zu beachten ist hierbei, dass diese Funktion zu einem Speicherfresser werden kann. Aus diesem Grund lässt sich die ICQ-History auf Wunsch deaktivieren. Darüber hinaus wurde auch der in die Jahre gekommene ICQ-Sound einer "Frischzellenkur" unterzogen und die in ICQ 5.1 häufig kritisiserten Smilies optisch aufgepeppt und animiert. Grundsätzlich hat sich das Warten auf ICQ 6 durchaus gelohnt. Die optische Gestaltung in mintgrünen Farbtönen ist gelungen und auch die neuen Funktionen werden Messenger-Fans überzeugen. Vor allem das Dialogfenster wurde nicht nur aufgrund der neuen Tabbed-Funktion übersichtlicher gestaltet.
Kleinere Bugs
Für deutsche Nutzer enttäuschend ist, dass es derzeit noch keine deutschsprachige Version von ICQ 6 gibt. Diese dürfte aber schon bald nachgeliefert werden. Einige Änderungen müssen aber auch kritisch betrachtet werden. So ist in den Optionen des Programms fest vorgegeben, dass nur die letzten fünf Nachrichten eines Kontaktes im Nachrichtenfenster gespeichert werden. Wer diese Funktion deaktiviert, muss feststellen, das ICQ 6 nicht fehlerfrei arbeitet. Nachrichten von Mitgliedern aus der Kontaktliste werden dann nicht mehr im Nachrichtenfenster angezeigt.
Wenig erfreulich ist darüber hinaus, dass ICQ 6 mit viel Werbung überfrachtet ist. Sowohl in der Kontaktliste als auch in den Nachrichtenfenster blinken bunte Werbebanner. Auch die Tatsache, dass in der Taskleiste neben Programmfenster jetzt auch ein ICQ-Fenster erscheint, wirkt eher störend. Ferner ist zu beachten, dass für einen optimalen Betrieb der Adobe Flash Player installiert sein muss.
Nur in Englisch verfügbar
Trotz kleinerer Fehler ist ICQ 6 dennoch eine Weiterentwicklung gegenüber dem Vorgänger und dürfte hierzulande bei vielen Anwendern auf Gefallen stoßen - spätestens wenn die deutsche Version verfügbar ist. Wer nicht auf die deutsche Version warten möchte, kann sich ICQ 6 auf Englisch schon jetzt auf dem heimischen Rechner installieren und die Neuerungen durchforsten.

(Stefan Hagedorn und Hayo Lücke)

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