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Angeschlagene Primacom investiert in Sachsen

Dank neuer Millionenkredite kann der Kabelnetzbetreiber Primacom seinen Investitionskurs fortsetzen und baut neue Kommunikationsnetze auf dem sächsischen Land.

22.06.2010, 19:17 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

In der vergangenen Woche konnte sich die Primacom Gruppe mit ihren Banken auf neue Kredite in Höhe von 15 Millionen Euro sowie einen Zahlungsaufschub für Verpflichtungen in gleicher Höhe einigen. Das sichert zunächst den Fortbestand des Kerngeschäfts des Mainzer Kabelnetzbetreibers, dessen Holdinggesellschaft, die Primacom AG, zuvor bereits Insolvenz anmelden musste. Die Finanzmittel werden auch in Investitionen fließen, so in den Aufbau neuer Kommunikationsnetze in Sachsen.

Investitionen von rund vier Millionen Euro

Wie Primacom am Dienstag mitteilte, wird das Unternehmen in den Orten Großenhain, Laubusch und Lauta ein neues Kabelnetz für TV, Hörfunk, Internet und Telefonie aufbauen. Insgesamt will Primacom in den Orten rund vier Millionen Euro investieren und erschließt mit seinem Breitbandkabel auch erstmals den ländlichen Raum in Sachsen.

Im Raum Großenhain, Gröditz und Pulsen werden rund 9.000 Wohnungen angeschlossen, in Laubusch/Lauta kommen noch einmal 2.000 Haushalte hinzu. Während sich die Ausbauarbeiten in Lauta und Laubusch durch Querungen von Bahnstrecken bis weit in das kommende Jahr hinziehen könnten, sollen in Großenhain bis Ende dieses Jahres bereits 4.000 Wohnungen am neuen Kommunikationsnetz angeschlossen sein. Insgesamt werden dafür Tiefbauarbeiten über eine Länge von rund 55 Kilometer notwendig, für die ausschließlich regionale Baufirmen herangezogen werden sollen. Die Auftragsvergabe soll laut Primacom noch in der kommenden Woche erfolgen.

Bislang schon 350.000 Haushalte in Sachsen

Im Vorfeld der Ausbauarbeiten sollen alle Kunden Post vom Unternehmen erhalten und über den Bauverlauf informiert werden. Primacom versorgt in Sachsen bislang rund 350.000 Haushalte mit digitalen TV- und Hörfunkprogrammen, Internet und Telefon. Durch die Zugeständnisse der Banken vergangene Woche stehen Primacom nach eigenen Angaben "ausreichend finanzielle Mittel zur weiteren Verfolgung des Wachstumskurs" zur Verfügung.

(Michael Posdziech)

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