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ANGA: HD-Verbreitung zu Lasten der Kabelbetreiber

Der Verband der Kabelnetzbetreiber kritisiert die HDTV-Strategie der Fernsehsender und fordert eine Beendigung der Benachteiligung gegenüber Satellitenbetreibern.

19.01.2010, 15:46 Uhr
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Hochauflösendes Fernsehen soll in diesem Jahr seinen Durchbruch schaffen: Zu den entsprechenden Fernsehgeräten kommen endlich auch HD-Fernsehsender. RTL und Vox senden bereits über Satellit in High Definition, ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins folgen noch in diesem Monat. Und pünktlich zu den Olympischen Winterspielen in Vancouver ab Mitte Februar sollen auch Das Erste HD und ZDF HD auf der Mattscheibe zu bewundern sein. Allerdings gibt es weiterhin keine Einigung über die Kostenbeteiligung der Sender an der Einspeisung der HD-Kanäle ins Kabelnetz.
Keine kostenlose Einspeisung
Der Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber (ANGA) weist in einer Mitteilung vom Dienstag die neuesten Aussagen des ARD-Vorsitzenden zur Digital- und HDTV-Strategie der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten scharf zurück. Die Forderung nach einer kostenlosen Kabeleinspeisung der Programme sei demnach ein unzulässiger Eingriff in etablierte Geschäftsmodelle privater Kabelunternehmen. Für die Verbreitung über Satellit und DVB-T würden viele Millionen Euro bezahlt, aber den Kabelnetzbetreibern werde jegliche Beteiligung an den Übertragungskosten verweigert, so Verbandspräsident Thomas Braun.
Sowohl die öffentlich-rechtlichen Anstalten als auch die Privatsender stellten an die Verbreitung ihrer Programme über Kabelnetze ungünstigere Bedingungen als für die Satelliten- und DVB-T-Ausstrahlung vereinbart wurden. Den Kabelanbietern entstünden dadurch erhebliche Wettbewerbsnachteile.
Appell an Politik
Schon heute konkurriere das Kabelfernsehen mit einem kostenlosen Satelliten- und DVB-T-Angebot. Diese Angebote seien nur möglich, weil hier die Fernsehveranstalter alle Kosten tragen. Nun wollten die Sender im Zuge der HDTV-Einführung diese Ungleichbehandlung zu Lasten der Kabelkunden weiter verschärfen. Der ANGA appelliert daher an Politik und Regulierungsbehörden, dies nicht länger kommentarlos hinzunehmen.
Von den drei großen Kabelnetzbetreibern in Deutschland haben bislang nur Unitymedia und Kabel BW die Ausstrahlung von HD-Programmen in Aussicht gestellt. Zumindest Das Erste HD und ZDF HD sollen zum Start des Regelbetriebs im Februar zu empfangen sein. Kabel Deutschland gibt an, dass die Gespräche mit den Sendern über eine Kostenbeteiligung noch andauerten.

(Michael Posdziech)

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