Security

Android: Sicherheits-Updates bald nur noch für Premiumgeräte?

Sicherheits-Updates für die WebView-Komponente von Android gibt es Medienberichten zufolge nur noch für topaktuelle Betriebssystem-Versionen. Demnach schauen Anwender mit Jelly Bean Handys in die Röhre - und das sind laut Google 45 Prozent.

13.01.2015, 18:36 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Droht Android-Nutzern eine Zwei-Klassen-Politik in Sachen Sicherheits-Support? Wer eine ältere Android-Version auf dem Smartphone hat, schaut künftig laut Medienberichten in die Röhre. Es muss schon Kitkat (Version 4.4) oder Lollipop (5.0) sein, damit Anwender in den Genuss von Googles Update-Patches kommen - zumindest in Bezug auf die WebView-Komponente.

Erst kommt WebView - was kommt danach?

Wie Autor Tod Beardsley im Security Blog "Metasploit" berichtet, will der Konzern offenbar künftig nur noch Versionen ab Android Kitkat mit Sicherheitsupdates für die WebView-Komponente versorgen, die für die Darstellung von Web-Inhalten in Apps benötigt wird. Das gilt demnach auch für die weit verbreitete Generation Jelly Bean (Versionen 4.0 bis 4.3). Nach Googles eigener Statistik sind das rund 45 Prozent der derzeit genutzten Geräte.

Laut Beardsley sind aktuell elf WebView-Sicherheitslücken bekannt, die offenbar offen bleiben werden. Kleiner Trost: Andere ältere Komponenten wie Multimedia-Player sollen weiter Updates erhalten. Das soll das Android-Sicherheitsteam mitgeteilt haben. Die Einschränkung gilt offenbar derzeit nur für WebView - fragt sich jedoch, ob sie nicht auch auf weitere Komponenten ausgedehnt wird. Naheliegend ist, dass Google die aktuelle Version seines Betriebssystems möglichst schnell verbreiten will - und diese läuft bei seinen Partnern nur auf Premium-Geräten.

Fremdhersteller warten oft Wochen

Dazu müssten also zahlreiche Nutzer ihre Smartphones austauschen, denn auf vielen Android-Geräten lassen sich System-Updates nur dann aufspielen, wenn sie der Hersteller anbietet. Wer ein Google-eigenes Gerät wie beispielsweise ein aktuelles Nexus verwendet, ist hier im Vorteil.

Oft dauert es Wochen, bis die Anwender von Partner-Geräten mit aktuellen Betriebssystem-Versionen versorgt werden. Und erst Ende 2014 kamen diverse preisgünstige Geräte mit Android 4.3 oder älteren Versionen auf den Markt - die Käufer dürften sich nun kurz nach dem Kauf um die erhoffte Update-Versorgung geprellt sehen.

(Dorothee Monreal)

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