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And the Winner is: Nintendo

Der große Abräumer der diesjährigen E3 heißt Nintendo. Die Next-Gen Konsole "Wii" bekam den Beifall des Publikums und Komplimente von der Konkurrenz.

15.05.2006, 18:13 Uhr
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Rund 60.000 Besucher interessierten sich in diesem Jahr für die Computer-Entertainment-Messe E3 in Los Angeles, die am Wochenende ihre Tore schloss. Das sind immerhin 10.000 weniger als noch im Vorjahr. An mangelnden Themen dürfte der Zuchauerschwund nicht gelegen haben: Sony schickte die PS3 gegen die Xbox ins Feld, Nintendo betrat mit der neuen "Wii" die Arena.
Neue Märkte
Während Sony und Microsoft die Fachbesucher mit atemberaubenden Grafiken und hohen Leistungsmerkmalen zu beeindrucken wussten, will Nintendos Präsident Satoru Iwata auch bei den Nicht-Gamern auf Kundenfang gehen. Helfen soll dabei die neue innovative Steuerung der Nintendo-Konsole. Die traditionellen Controller mit ihren vielen Knöpfen würden weniger kundige Nutzer abschrecken, so die Überlegung.
Ein intuitiv bedienbares Kontrollsegment würde solche Hemmungen abbauen, hofft man bei Nintendo. Die dafür eingesetzte Bewegungssensor-Technik stieß auch bei der Konkurrenz auf reges Interesse. Sony stellte auf einer Pressekonferenz kurz vor der E3 eine mit Bewegungssensoren modifizierte Version des klassischen Playstation-Controllers vor. Nintendo hat hier allerdings die Nase vorn. Die Playstation kriegt die Neigung des Controllers übermittelt, bei Nintendo erkennt die Wii auch die relative Position des Controllers im Raum.
Neues Steuerkonzept
Wem Nintendos neues Steuerkonzept zu kompliziert wird, kann auf ein klassisches Gamepad im SNES-Look zurückgreifen. Das Pad ist um zwei Analogsticks und zwei Tasten erweitert, bietet sonst aber das echte Retro-Feeling. Dazu möchte Nintendo die passenden Spiele der Vorgänger-Konsolen im Internet verfügbar machen und als kostenpflichtigen Download auf das Next-Gen System anbieten.
Die Branche schaut auf Nintendo. Und ist begeistert: "Ich würde am liebsten die Entwicklung von Metal Gear Solid 4 verlassen und etwas für die Wii machen", so Konami-Chef Hideo Kojima gegenüber computerandvideogames.com. Auch die Hauptkonkurrenten Microsoft und Sony meldeten sich zu Wort. Microsofts Vize-Präsident Peter Moore kritisierte Sonys Preisstrategie und sah daher die Wii im Vorteil, natürlich nur als Zweitgerät neben der Xbox. Sony-Vertreter Phil Harrison nahm den Seitenhieb Moores gelassen. Harrison lobte die innovative Nintendo-Konsole, sieht sie allerdings auch nur als Zweit-System.
Nintendo räumt ab
Microsoft und Sony sind sich ihrer Sache also ziemlich sicher. Ob das so bleibt, muss abgewartet werden. Auf der E3 hat Nintendo den beiden schon einmal gezeigt, wo der Hammer hängt. Trotz der Unkenrufe der Konkurrenz muss das Fazit der E3 also lauten: And the winner is Nintendo. Und die Japaner haben noch ein Ass im Ärmel. Sie wollen im Laufe des Jahres für noch eine Überraschung sorgen.

(Philip Meyer-Bothling)

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