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Analoger Telefonanschluss auf der Abschussliste

94 Prozent der Führungskräfte aus der Telekommunikationsbranche sehen Analoganschluss vor dem Ende.

13.09.2005, 12:34 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Breitbandige Internetanbindungen in Kombination mit Voice over IP machen herkömmliche Telefonanschlüsse überflüssig. Diese Erkenntnis ist zwar nicht neu, wird aber von Fach- und Führungskräften von Telekommunikationsunternehmen unterstützt, wie die Marktforscher von Mummert Consulting herausgefunden haben. 94 Prozent der befragten Experten gehen davon aus, dass die Wechselbereitschaft von Kunden mit analogem Anschluss zu Anbietern mit kostengünstigen Breitbandangeboten wächst.
Entbündelung fehlt
Das klingt soweit schön und gut, hat aber einen entscheidenden Haken: Viele deutsche Nutzer können aufgrund der derzeitigen Marktverhältnisse nicht auf ihren Telefonanschluss verzichten. Zumindest dann nicht, wenn sie gleichzeitig per DSL online gehen wollen. Der DSL-Anschluss ist bei der T-Com derzeit nämlich noch immer an den Telefonanschluss gekoppelt - auch wenn es erste Anzeichen gibt, dass sich dies möglicherweise schon bald ändern soll.
Das heißt, dass Telekommunikationsunternehmen für die Zukunft verstärkt in Kundenbindungsmaßnahmen investieren müssen. Laut Mummert Studie wollen dies auch 83 Prozent in den nächsten drei Jahren verstärkt tun. Die wachsende Konkurrenz gehört im kommenden Jahr zu den wichtigsten Herausforderungen in der Kommunikationsbranche. Mehr als 45 Millionen Kunden in Deutschland, Großbritannien, Südkorea und den USA haben bereits ihre Festnetzanschlüsse abgemeldet, um ausschließlich mobil zu telefonieren. Jeder zweite Handybesitzer würde zudem seinen Mobilfunkanbieter wechseln, um mit seinem Handy zuhause oder über ein WLAN-Netz zu Festnetzpreisen zu telefonieren.
Auch Kabelanbieter als Konkurrenz
Die Konkurrenz zum Festnetzanschluss kommt jedoch nicht nur aus der Mobilfunkbranche, sondern auch aus den Reihen der TV-Kabelnetz- Betreiber. Sie arbeiten mit Hochdruck daran, ihre Netze rückkanalfähig auszubauen und damit telefonie- und internettauglich zu machen.
Jeder achte Nutzer bemängelt, dass ein fehlender Breitbandanschluss ihn bisher daran hindert, das Internet stärker und besser zu nutzen. In Deutschland besitzen nur 17 Prozent der Haushalte einen schnellen Internetzugang. Nach der Umrüstung der Kabelnetze werden hingegen sieben von zehn Haushalten Breitbandkabel zum Fernsehen, Telefonieren und Surfen zur Verfügung stehen. Und genau das könnte dazu führen, dass der Analoganschluss langfristig ausgedient hat.

(Hayo Lücke)

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