Neues Geschäftsfeld

Amazon will angeblich bei Here-Kartendienst von deutschen Autoherstellern einsteigen

Der Handelsriese Amazon plant möglicherweise den Einstieg beim Here-Kartendienst der großen deutschen Autobauer. Laut vertrauten Kreisen führt der US-Konzern mit Audi, BMW und Daimler Verhandlungen.

Marcel Petritz, 01.04.2016, 13:20 Uhr (Quelle: DPA)
Amazon-Chef Jeff Bezos© Amazon.com, Inc.

Berlin - Der US-Internetkonzern Amazon will Insider-Kreisen zufolge beim Here-Kartendienst der großen deutschen Autobauer einsteigen. Amazon sei dazu in Verhandlungen mit den Eigentümern Audi, BMW und Daimler, bestätigten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstag. Es gebe auch noch Gespräche mit weiteren Interessenten. Der US-Handelsgigant bietet neben dem Geschäft mit seinem Online-Versandhaus auch Software-Dienstleistungen und Rechenkapazität an. Ein möglicher Einstieg des US-Riesen sei eher mit Blick auf dieses Geschäft sinnvoll, hieß es.

Autobauer und Amazon halten sich bedeckt

Sprecher der Autobauer wollten sich zu möglichen Gesprächen nicht äußern. Man habe aber von Beginn an betont, offen für weitere Partner zu sein, und da gebe es "großes Interesse", hieß es in gleichlautenden Stellungnahmen. Auch eine Amazon-Sprecherin wollte keinen Kommentar abgeben. Die Autobauer hatten bereits im vergangenen Jahr betont, dass auch Unternehmen aus anderen Branchen willkommen seien.

Auch mit dem Zulieferer Continental laufen Verhandlungen über einen Einstieg. "Das Interesse unsererseits ist vorhanden, aber dazu gehören zwei", sagte Conti-Chef Elmar Degenhart am Rande einer Konferenz der Zeitschrift "Auto Motor und Sport" in Stuttgart. Die Entscheidung stehe in "absehbarer Zeit" an, damit meine er einen Zeitraum von einigen Monaten.

Here für 2,5 Milliarden Euro übernommen

Die deutschen Autohersteller hatten Here für mehr als 2,5 Milliarden Euro von Nokia übernommen. Der Kartendienst soll Autobauer in die Lage versetzen, mit hochpräzisen Daten auch selbstfahrende Fahrzeuge zu navigieren.

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