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Amazon verklagt Betriebsrat: US-Konzern will Leiharbeiter länger beschäftigen

Amazon hat seinen Betriebsrat aus dem Großlager in Bad Hersfeld vor dem Arbeitsgericht Fulda verklagt. Der US-Konzern will 65 Leiharbeiter länger beschäftigen als geplant. Der Betriebsrat will jedoch nach dem Leiharbeiter-Skandal erst die behördliche Überprüfung der Zeitarbeitsfirma abwarten.

18.03.2013, 17:16 Uhr (Quelle: DPA)
Amazon© Amazon

Der Online-Versandhändler Amazon will die Verlängerung der umstritten Beschäftigung von Leiharbeitern vor Gericht durchsetzen. Das Unternehmen verklagte seinen Betriebsrat aus dem Großlager in Bad Hersfeld vor dem Arbeitsgericht in Fulda. An diesem Montag treffen sich Kläger und Beklagte zu einer ersten Aussprache. Laut Arbeitsgerichtsdirektorin Christina Schwarz geht es um die Weiterbeschäftigung von rund 65 Mitarbeitern der Zeitarbeitsfirma Trenkwalder, die in den Fokus der Behörden geraten war.

Amazon will Verträge bis Ende März verlängern

Eine ARD-Fernsehdokumentation über die Arbeitsbedingungen für Leiharbeiter bei Amazon hatte Mitte Februar bundesweit für großen Aufsehen gesorgt und behördliche Kontrollen der Leiharbeitsfirmen ausgelöst. Daraufhin hatte Amazon die Zusammenarbeit mit zwei dieser Firmen umgehend aufgekündigt.

Die Leiharbeiter hatten bei Amazon befristete Arbeitsverträge bis zum 28. Februar. Die Richterin sagte, Amazon wolle die Verträge dieser Mitarbeiter bis Ende März verlängern. Doch der Betriebsrat verweigere seine Zustimmung. Er wolle erst abwarten, was die behördliche Überprüfung zu Trenkwalder ergebe. Amazon aber habe Dringlichkeit angemeldet und wolle die Zustimmung jetzt über das Arbeitsgericht erwirken.

Ermittlungen gegen Sicherheitsfirma

Die Staatsanwaltschaft Fulda ermittelt unterdessen gegen zwei Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Hensel European Security Services mit Sitz in Kassel wegen Nötigung und Freiheitsberaubung. Sie sollen Fernsehjournalisten in einem Hotelzimmer festgehalten und zur Herausgabe ihres Filmmaterials genötigt haben.

(Jörg Schamberg)

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