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Amazon: Verdi droht mit Dauerstreiks

Der Streit zwischen Verdi und Amazon um die Einführung eines Tarifvertrages verschärft sich weiter. Sollte der Online-Händler nicht bald einlenken, werde unbefristet gestreikt, so die Gewerkschaft.

11.06.2013, 15:10 Uhr
Amazon© Amazon

Der Streit zwischen Verdi und Amazon um die Einführung eines Tarifvertrages verschärft sich weiter. Laut Nachrichtenagentur AFP kündigte die Gewerkschaft am Dienstag eine härtere Gangart an, sollte der Online-Händler nicht bald einlenken. "Wir werden den Druck erhöhen. Schon in den kommenden Tagen wird wieder gestreikt", sagte demnach der hessische Gewerkschaftssekretär und Verhandlungsführer Heiner Reimann der "Bild"-Zeitung.

Empfindliche Verzögerungen möglich

Beharre Amazon anschließend unverändert auf seiner Position, werde Verdi die Beschäftigten zu einer unbefristeten Arbeitsniederlegung auffordern, hieß es weiter. Mehrere Warnstreiks in den Logistikzentren Leipzig und Bad Hersfeld dauerten jeweils nur einen Tag - mit entsprechend überschaubaren Konsequenzen. Ein längerer Stillstand dürfte das deutsche Amazon-Geschäft hingegen empfindlich stören und für erhebliche Verzögerungen bei der Auslieferung von Bestellungen sorgen.

Ziel von Verdi ist die Durchsetzung von Tariflöhnen auf Branchenniveau und die Zahlung von Zuschlägen für Sonn- oder Feiertagsarbeit sowie eine Ausweitung der Nachtarbeitsvergütung auf die Zeit vor Mitternacht. Ebenfalls auf der Forderungsliste stehen zudem Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Bislang nutzt Amazon ein eigenes Vergütungssystem mit standortabhängigen Gehältern, die jedoch unter dem gängigen Tariflohn in der Einzel- und Versandhandelsbranche liegen.

(Christian Wolf)

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