Quartalszahlen

Amazon überrascht mit hohem Gewinn dank Cloud und Prime

Amazon hat die Erwartungen der Analysten im ersten Quartal übertroffen: Trotz weiterhin hoher Ausgaben konnten Gewinn und Umsatz kräftig gesteigert werden. Punkten kann Amazon vor allem mit seiner Cloud-Plattform und dem Prime-Service.

Jörg Schamberg, 28.04.2017, 10:45 Uhr (Quelle: DPA)
Amazon © Amazon.com, Inc.

Seattle - Amazon hat seinen Gewinn zu Jahresbeginn trotz hoher Ausgaben überraschend kräftig gesteigert. Angetrieben vom florierenden Cloud-Geschäft kletterte der Überschuss im ersten Quartal im Jahresvergleich um 41 Prozent auf 724 Millionen Dollar (666 Millionen Euro), wie der Online-Handelsriese am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der lange Zeit defizitäre Konzern übertraf die Prognosen der Analysten damit deutlich und schaffte bereits das achte Vierteljahr mit schwarzen Zahlen in Folge.

Cloud-Plattform AWS und Amazon Prime boomen

Vor allem die boomende Cloud-Plattform Amazon Web Services (AWS) bleibt mit einem Erlösplus von 43 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar eine Ertragsperle. Das hochprofitable Geschäft mit IT-Diensten und Rechenleistung aus dem Netz ist für den Online-Riesen schon länger ein Erfolgsgarant - doch Rivalen wie Microsofts Cloud-Service Azure machen Druck. Insgesamt steigerte Amazon den Umsatz um 23 Prozent auf 35,7 Milliarden Dollar und toppte damit die Markterwartungen.

Auch Amazons Prime-Service, der Nutzern für eine Abo-Gebühr Zugang zu Musik- und Video-Streaming sowie kostenlose Versandoptionen und andere Vorteile bietet, verzeichnet weiter rasantes Wachstum. Allerdings nimmt der Konzern viel Geld in die Hand, um in alle möglichen Bereiche zu expandieren. Im internationalen Geschäft sorgte dies für einen operativen Quartalsverlust von 481 Millionen Dollar.

Mehr als 100.000 neue Amazon-Mitarbeiter in den USA bis 2018 geplant

Amazon scheut traditionell keine Ausgaben und investiert etwa kräftig in exklusive Filmproduktionen, mit denen gegen Streaming-Rivalen wie Netflix oder Hulu gepunktet werden soll. Außerdem baut der Konzern in großem Stil an seiner Service- und Lieferinfrastruktur - Amazon-Chef Jeff Bezos will bis Mitte 2018 allein in den USA mehr als 100.000 neue Vollzeitarbeiter einstellen und das ganze Land mit Logistikzentren überziehen.

Aktie legt zu

Für das laufende zweite Quartal stellte der Konzern ein Umsatzwachstum zwischen 16 und 24 Prozent in Aussicht. Trotz des hohen Aufwands, der weiterhin betrieben werden soll, peilt Amazon einen operativen Gewinn in einer Spanne zwischen 425 Millionen und 1,08 Milliarden Dollar an. Bei Anlegern sorgte der Quartalsbericht für gute Laune - die Aktie legte nachbörslich zeitweise um über vier Prozent zu. Seit Jahresbeginn ist der Kurs um 22 Prozent gestiegen.

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