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Amazon trennt sich von umstrittenem Sicherheitsdienst

Update: Amazon zieht im Skandal um den Umgang mit ausländischen Leiharbeitern die Notbremse und feuert laut "SZ" den Sicherheitsdienst H.E.S.S. Amazon beendet zudem die Zusammenarbeit mit der Zeitarbeitsfirma.

18.02.2013, 13:47 Uhr
Amazon© Amazon

Der nach einer ARD-Reportage über den Umgang mit ausländischen Leiharbeitern in die Kritik geratene Online-Versandhändler Amazon.de, ist seit Tagen einem heftigen Sturm der Entrüstung im Netz ausgesetzt. Erste Kunden kündigten die Löschung ihres Amazon-Kontos an. Nun zieht Amazon laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) offenbar erste Konsequenzen und feuert den umstrittenen Kasseler Sicherheitsdienst.

Amazon: Null-Toleranz für Diskriminierung

"Amazon hat veranlasst, dass die Zusammenarbeit mit dem kritisierten Sicherheitsdienst mit sofortiger Wirkung beendet wird", erläutert eine Amazon-Unternehmenssprecherin gegenüber der "SZ". "Als verantwortungsvoller Arbeitgeber von rund 8.000 festangestellten Logistikmitarbeitern hat Amazon eine Null-Toleranz-Grenze für Diskriminierung und Einschüchterung - und wir erwarten das gleiche von allen Unternehmen, mit denen wir arbeiten", betonte die Sprecherin.

Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes Hensel European Security Services (H.E.S.S.), der die Unterkünfte der ausländischen Amazon-Leiharbeiter überwachen sollte, wurden in der ARD-Reportage der rechtextremistischen Szene zugeordnet. Die Leiharbeiter sollen von dem Sicherheitsdienst schikaniert worden sein. Auch die Politik hatte sich eingeschaltet, unter anderem forderte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen Aufklärung.

Update vom 18. Februar, 22:35 Uhr: Amazon beendet auch Zusammenarbeit mit Zeitarbeitsfirma

Am Montagabend veröffentlichte Amazon auf seiner Facebook-Seite eine Stellungnahme zu den Vorwürfen rund um die Leiharbeiter. Nachdem der US-Konzern bereits den Sicherheitsdienst gefeuert hat, stoppt Amazon auch die Zusammenarbeit mit der Zeitarbeitsfirma. "Es ist uns eindeutig nicht gelungen, die Einhaltung unserer hohen Standards auch durch den Dienstleister, der für Unterbringung, Transport und den Einsatz der Sicherheitskräfte bei unseren Zeitarbeitskräften verantwortlich war, zu gewährleisten", erklärt Amazon.

(Jörg Schamberg)

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