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Amazon setzt Verlage auch in Europa unter Druck

"Amazon presst die Verlage aus bis zum Letzten": Der Online-Händler verlangt der "FAZ" zufolge bis zu 50 Prozent Rabatt für E-Books. Und das nicht nur in den USA, sondern auch bei der Bonnier-Gruppe in Europa. Natürlich geht es um mehr Umsatz - aber auch andere Gründe könnten bei der Daumenschraube eine Rolle spielen.

20.05.2014, 08:01 Uhr
Amazon© Amazon

Der Online-Händler Amazon will offenbar Buchverlage in die Knie zwingen, um seine eigene Position im E-Book-Markt zu stärken. Und das nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Statt bisher 30 Prozent pocht das Portal auf 40-50 Prozent Rabatt bei E-Books. Eine Rechnung, die im Zweifelsfall zu Lasten der Autoren geht – und genau das könnte der wahre Hintergrund der Daumenschraube sein.

Online-Kaufhaus fordert bis zu 50 Prozent

Der US-amerikanische Konflikt um ein größeres Stück vom Verlags-Umsatzkuchen schwelt offenbar auch auf dieser Seite des Atlantiks. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, fordert das Online-Kaufhaus Amazon eine Beteiligung von bis zu 50 Prozent am Umsatz der Verlage.

Wer nicht einlenkt, muss mit Konsequenzen rechnen: Die E-Books dieser Verlage werden offenbar verzögert ausgeliefert, obwohl sie problemlos verfügbar sind. Wie aus dem FAZ-Bericht hervorgeht, betrifft das den schwedischen Verlags-Konzern Bonnier, zu dem Verlage wie Ullstein, Piper, Berlin und Carlsen gehören. Die Amazon-Macher haben offenbar gegenüber dem Ullstein-Verlag bestätigt, dass die Verzögerung im Zusammenhang mit den Verhandlungen stehen.

Amazon muss Aktie pushen

Literaturagent Peter Fritz gegenüber "börsenblatt.de": "Amazon presst die Verlage aus bis zum Letzten". Die Bonnier-Gruppe sei wahrscheinlich nur der Anfang – und die Macht von Amazon ist groß. Dem Druck sei kaum standzuhalten.

Amazon kämpft weiterhin um mehr Umsatz und muss jedes Register ziehen, um voranzukommen und den Aktionären Erfolge vorweisen zu können. Führendes Online-Kaufhaus hin oder her, die Aktie will börsenblatt.net zufolge nicht an Fahrt aufnehmen. Denkbar wäre auch, dass Amazon den E-Book-Markt ausbluten lassen will, zumal der Konzern auch selbst als Verleger auftritt. Der Rabattkrieg mit angestammten Verlagen könnte sinkende Autoren-Honorare nach sich ziehen, was diese wiederum in die Arme des mächtigen Online-Händlers treiben könnte.

(Dorothee Monreal)

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