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Amazon plant tausende Arbeitsplätze in Tschechien

In Deutschland tobt der Streit um faire Arbeitsbedingungen. Lästig für den Weltkonzern - er schaut über die Grenze und plant, bis zu 10.000 Arbeitsplätze in zwei neuen Verteilzentren in Tschechien zu schaffen.

22.10.2013, 16:50 Uhr (Quelle: DPA)
Amazon© Amazon

Der weltgrößte Online-Händler Amazon will in Tschechien innerhalb von drei Jahren bis zu 10.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Das berichtete die Nachrichtenagentur CTK am Dienstag unter Berufung auf das Unternehmen. Zwei neue Verteilzentren sollen demnach in der Nähe des Prager Flughafens sowie bei der zweitgrößten Stadt Brünn (Brno) eröffnet werden. Nach den Plänen werden dort im Endausbau 4.000 feste Mitarbeiter und bis zu 6.000 Saisonarbeitskräfte beschäftigt.

Lagerfläche von jeweils 13 Fußballfeldern

Amazon reagiere damit auf die wachsende Nachfrage in Europa, teilte das US-Unternehmen mit. Die Suche nach Mitarbeitern für die neuen Logistikzentren beginne ab sofort. Die Zentren haben jeweils eine Fläche von rund 95.000 Quadratmetern - das entspricht in etwa 13 Fußballfeldern.

Erst Anfang Oktober hatte das Unternehmen den Aufbau von drei neuen Amazon-Standorten in Polen angekündigt. In Deutschland streiten Amazon und die Gewerkschaft Verdi über die Arbeitsbedingungen in den Logistikzentren des Internet-Versandhauses.

Aber nicht nur selbstbewusste Mitarbeiter machen dem Konzern zu schaffen. Auch das Bundeskartellamt rückt dem Online-Händler zu Leibe: Anlass ist die Preispolitik auf dem Marketplace von Amazon. Dort müssen Anbieter den günstigsten Preis ansetzen, dürfen also nirgends im Internet billiger anbieten. Laut Bundeskartellamt verstößt diese Bedingung gegen den freien Wettbewerb. Amazon droht der Süddeutschen Zeitung zufolge eine Verfügung, die den Konzern dazu zwingen würde, seine Bedingungen anzupassen.

"Für die Ansiedlung der neuen Zentren in Prag und Brünn hat der Zugang zu qualifizierten Mitarbeitern und die Lage der Tschechischen Republik im Herzen Europas gesprochen", teilte Amazon mit. Zudem seien die Schlüsselmärkte des Unternehmens gut erreichbar.

(Dorothee Monreal)

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