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Amazon PayPhrase: Bezahlen per Schnickschnack

Einfach "umbarmherziger Zahnarzt" eintippen – und schon ist der frisch gefüllte Warenkorb bei Amazon bezahlt. Klingt zu schön? Ist aber wahr.

29.10.2009, 19:06 Uhr
Amazon© Amazon

Amazon hat einen Bezahl-Service gestartet, der Bestellungen bei dem Buch-Händler und auch in anderen Onlineshops vereinfachen und sicher machen soll: Amazon PayPhrase. Wie der Name bereits verrät, spielen Phrasen die Hauptrolle.
Keine Dateneingabe nötig
Der Kunde soll mit Amazon PayPhrase ganz einfach per Phrase und PIN bezahlen können. Amazon führt hier als Beispiel "Schnickschnack", "Home Sweet Home" und andere Kombinationen an, die beim Checkout eingetippt und per Passwort verifiziert die Zahlung auslösen. Für den Käufer ergeben sich vor allem beim Kauf in anderen Onlineshops Vorteile. Nutzt er PayPhrase, kann er die bei Amazon gespeicherten Zahlungsarten nutzen, ohne dem fremden Handelspartner sensible Daten wie die Kreditkartennummer oder die Bankverbindung nennen zu müssen. Darüber hinaus lassen sich die selbst erfundenen Phrasen leichter einprägen als eine lange Nummer.
Schneller am Ziel
Wer bei Amazon shoppt, kann per PayPhrase den Kaufprozess beschleunigen. Das Logo des Zahlungssystems findet sich direkt neben den Artikeln auf der Website und kann angeklickt werden, um ohne Umweg über den Warenkorb und das sonst übliche Log-In zu bezahlen. Eine versehentliche Bestellung wird durch die PIN verhindert, Sicherheit soll die Knüpfung an den Account gewährleisten. Amazon bewirbt seinen neuesten Einfall zudem als eine Art Geldbörse, aus der Eltern ihren Kindern bestimmte Summen zur Verfügung stellen und ihre Einkäufe im Internet überwachen können.
Bislang hat Amazon den Dienst nur für US-Nutzer gestartet. Interessenten müssen keine Kunden von Amazon.com sein, bei diesen entfällt aber die Registrierung. Zu den Onlineshops, die PayPhase anbieten werden, zählen Buy.com, DKNY, Car Toys, J&R Electronics, Jockey und Patagonia.
Wie stehen die Chancen für Amazon PayPhrase?
Aufgrund der Vielfalt der Onlineshops und der bereits bestehenden Zahlungssysteme ist es für die meisten Anbieter schwierig, ihren Service zu etablieren. Umfragen haben gezeigt, dass die Kunden vor allem Einfachheit und eine kostenlose Nutzung verlangen. Beides ist bei Amazon PayPhrase gegeben. Auch der Bekanntheitsgrad und das Vertrauen in den Anbieter sind nicht unerheblich, was ebenfalls für Amazon spricht. Sehr wichtig ist darüber hinaus eine möglichst weite Verbreitung - welchen Nutzen bietet das beste System, wenn es niemand anbietet. Mit dem sehr breiten Produktfeld ist der Händler hier bereits gut aufgestellt, es bleibt abzuwarten, wie viele und welche weiteren Shops den Bezahldienst integrieren.
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(Saskia Brintrup)

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