In den USA

Amazon ordert 20.000 Daimler-Transporter für eigene Paketzustellung

In den USA will Amazon Paketdiensten wie UPS und FedEx zunehmend Konkurrenz machen. Der Online-Händler hat bei Dailmer 20.000 Mercedes-Sprinter bestellt. Kleinere Unternehmen sollen diese leasen und Amazon-Pakete ausliefern. Ein Modell auch für Deutschland?

Jörg Schamberg, 07.09.2018, 16:15 Uhr
Daimler Mercedes Sprinter für AmazonAmazon ist durch die Mega-Order nun Daimlers größter Sprinter-Kunde weltweit.© Daimler AG

Der Online-Handel boomt und ein Großteil des Geschäfts wird vom US-Konzern Amazon dominiert. Die Auslieferung der Pakete will Amazon zunehmend selbst übernehmen. Laut einem Bericht der "WirtschaftsWoche" macht der Online-Händler Paketdiensten in den USA jetzt mächtig Druck. Amazon habe bei Daimler 20.000 Stück des Transporters Mercedes Sprinter bestellt. Kleine US-Unternehmen sollen diese mieten und für Amazon Pakete ausliefern. Zum Vergleich: Der große Paketdienst UPS verfügt über rund 108.000 Fahrzeuge – allerdings weltweit. Droht zukünftig auch in Deutschland aktiven Lieferdiensten wie DHL, Hermes und DPD Konkurrenz durch Amazon?

Amazon will hohe Kosten durch externe Paketdienste senken

Für den US-Konzern gebe es gewichtige Gründe für die Paketzustellung in Eigenregie: Kostenersparnis und schnellere Lieferung. Laut dem "WiWo"-Bericht schlug der Versand der Amazon-Pakete durch die Zustelldienste 2017 mit 21,7 Milliarden US-Dollar zu Buche. Eine gewaltige Summe. Die hohen Kosten sollen durch eigene Zulieferer reduziert werden. Teuer sind die externen Pakete vor allem, weil Amazon zusätzlich draufzahlen muss, damit die Amazon-Pakete gegenüber den anderen Paketen im Lieferwagen Priorität erhalten.

Die 20.000 Daimler-Transporter wolle Amazon im Rahmen seines "Delivery Service Partner"-Programms kleinen Unternehmern zum leasen bereitstellen. Der Online-Händler lockt Interessenten mit hohen Gewinnchancen. Weniger als 10.000 US-Dollar Startkapital sei erforderlich für das eigene Paketgeschäft. Der Gewinn könne dagegen zwischen 75.000 und 300.000 US-Dollar liegen.

Amazon liefert auch in Deutschland schon selbst aus

Amazon liefert schon länger Pakete teilweise selbst aus. Nicht nur in den USA, sondern seit 2016 mit seinem Lieferdienst "Amazon Logistics" auch in einigen Regionen in Deutschland. Zudem finden sich an immer mehr Standorten Amazon-Locker-Stationen, mit den Packstationen von DHL vergleichbare Abholboxen. Ist die Auslieferung mit den neuen Sprinter-Transportern in den USA erfolgreich, ist auch eine Ausweitung des Modell auf andere Länder, und somit auch Deutschland, denkbar. Es wäre nicht das erste Mal das Amazon Ideen erst im Heimatland testet, um sie dann rund um den Globus zu nutzen.

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