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Amazon-Mitarbeiter streiken wieder - in Bad Hersfeld und Leipzig

Die Gewerkschaft Verdi hat wieder zum Warnstreik beim Online-Versandhändler Amazon aufgerufen. Am Gründonnerstag haben bereits Teile der Morgenschicht an den Standorten in Bad Hersfeld und Leipzig die Arbeit niedergelegt.

17.04.2014, 11:31 Uhr
Amazon© Amazon

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat wieder zum Warnstreik beim Online-Versandhändler Amazon aufgerufen. Am Gründonnerstag haben bereits Teile der Morgenschicht an den Standorten in Bad Hersfeld und Leipzig die Arbeit niedergelegt. Die Bad Hersfelder Streikleiterin Mechthild Middecke rechnet mit einer Beteiligung von 500 Mitarbeitern im Laufe des Tages.

"Es wird keine Ruhe geben"

Laut Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago verweigert sich Amazon weiterhin Gesprächen über eine neue Lohn-Vereinbarung. Die Gewerkschaft fordert einen Tarifvertrag mit einer Bezahlung auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels. Für die Mitarbeiter würde dies höhere Löhne zur Folge haben.

"Gründonnerstag ist ein symbolträchtiger Tag, irgendwann muss der Verzicht zu Ende gehen. Die Beschäftigten verzichten schon zu lange auf tarifliche Sicherheit, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Zuschläge für Nachtarbeit ab 20:00 Uhr usw. Es wird keine Ruhe geben, bis auch bei Amazon Normalität einkehrt und Tarifverträge mit uns ausgehandelt werden", so Verdi-Streikleiter Thomas Schneider in Leipzig.

Amazon meint, genug zu zahlen

"In den nächsten Wochen gibt es im Versandhandel die nächste Tariferhöhung, für die Beschäftigten bei Amazon gilt diese nicht, das kann doch keiner wirklich verstehen. Auch auf Urlaubsgeld warten die Beschäftigten bei Amazon in den nächsten Wochen vergeblich. Die Umsätze steigen kontinuierlich, Amazon expandiert in andere Länder und neue Geschäftsfelder, nutzt bestehende Infrastruktur und schöpft steuerliche Vorteile für sich aus, doch von den normalen Gepflogenheiten für die Gestaltung der Arbeitsbedingungen, wie die Anwendungen und Aushandlung von Tarifverträgen scheint das Management bei Amazon überhaupt nichts zu halten, das werden wir nicht akzeptieren", so Lauenroth-Mago.

Amazon rechnet seine Mitarbeiter der Logistikbranche zu. Gemessen daran, so das Unternehmen, würden die Mitarbeiter überdurchschnittlich bezahlt werden. Der Online-Versandhändler beschäftigt in Deutschland 9.000 Mitarbeiter in neun Distributionszentren. Hinzu kommen noch 14.000 Mitarbeiter, die nur kurzzeitig beschäftigt werden – zum Beispiel vor Weihnachten.

(Peter Giesecke)

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