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Amazon: Kampfpreise lassen Gewinn weiter schrumpfen

Im ersten Quartal sank der Gewinn des weltgrößten Online-Händlers um 37 Prozent auf 82 Millionen US-Dollar. Im zweiten Quartal rechnet Amazon sogar mit einem operativen Verlust, der Aktienkurs verlor am Donnerstag mehr als 5 Prozent.

25.04.2013, 22:55 Uhr (Quelle: DPA)
Amazon© Amazon

Amazon hält sein Wachstumstempo mit Kampfpreisen und neuen Produkten hoch. Dabei nimmt der weltgrößte Online-Händler wie in der Vergangenheit in Kauf, dass er vergleichsweise wenig verdient. Im ersten Quartal sank der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 37 Prozent auf unterm Strich 82 Millionen Dollar (63 Millionen Euro), wie Amazon am Donnerstag nach US-Börsenschluss in Seattle mitteilte.

Umsatz wächst - Verlust im zweiten Quartal?

Dabei liegt der Umsatz mittlerweile bei 16,1 Milliarden Dollar und damit 22 Prozent höher als im Vorjahr. Amazon hatte zu Jahresbeginn unter anderem das große Modell seines Tablet-PCs Kindle Fire HD nach Europa und Japan gebracht und parallel den Preis in den USA gesenkt. Am Tabletcomputer selbst dürfte Amazon kaum etwas verdienen, doch über das Gerät werden Musik, Filme und Bücher verkauft, so dass es sich am Ende für den Konzern rechnet. Über seine Kindle-Geräte verkauft Amazon Musik, Filme und Bücher. "Digitale Inhalte wachsen sehr schnell", erklärte Finanzchef Tom Szkutak in einer Analystenkonferenz mit Analysten. Leicht abgebremst war hingegen das Wachstum im internationalen Geschäft mit einem Umsatzplus von 16 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar. Das im Vergleich zum US-Geschäft schlechtere Abschneiden war zum Großteil ungünstigen Wechselkursen geschuldet. Operativ schrieb Amazon sogar Verlust auf seinen Auslandsmärkten.

Auch für das laufende zweite Quartal sagt Amazon ein Wachstum von 13 bis 26 Prozent voraus. Gleichzeitig rechnet der Konzern fast sicher mit einem operativen Verlust. Amazon eröffnet in kurzen Abständen immer neue Versandzentren, was ebenfalls am Gewinn nagt, aber eine schnelle Lieferung für die Kunden sichert. Zu Jahresbeginn war Amazon in Deutschland wegen der Behandlung von Leiharbeitern in einem dieser Lager in die Kritik geraten. Auslöser der Debatte war eine ARD-Dokumentation. Nach dem kritischen Fernsehbericht hatte Amazon die Zusammenarbeit mit zwei Zeitarbeitsfirmen beendet.

Aktie verliert mehr als 5 Prozent

Mittlerweile arbeiten 91.300 Menschen fest für Amazon. Vor einem Jahr waren es noch 65.600. Neben dem Versandhandel sowie dem digitalen Unterhaltungsgeschäft ist Amazon auch einer der größten Dienstleister im Internet. Der Konzern betreibt große Rechenzentren, die etwa Cloud Computing anbieten. Zu Amazon gehören auch zahlreiche Tochterfirmen wie der Streaming-Dienst Lovefilm in Deutschland. Einer der größten Rivalen ist eBay.

Die Geschäftszahlen sorgten bei den Börsianern für gemischte Gefühle. Zuerst stieg die Aktie nachbörslich, um dann aber mehr als 5 Prozent zu verlieren. Das Papier notierte mit 274,70 Dollar aber immer noch nahe dem Allzeithoch von 284,72 Dollar.

(Jörg Schamberg)

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